Lohr weiß, dass er verlorenes Vertrauen zurückgewinnen muss. Das erwarten nicht nur die Investoren, die im vergangenen Jahr herbe Kursverluste erlitten haben, sondern auch das gesamte Unternehmen von ihm. Der K+S-Lenker hat sich deshalb entschlossen, früher als sonst üblich, die Karten auf den Tisch zu legen und mit einem ambitionierten Gewinnziel für 2019 in die Offensive zu gehen. Demnach soll das EBITDA im laufenden Jahr auf 700 Mio. bis 850 Mio. Euro steigen. Das entspricht einem Plus von 15,5 bis gut 40%. Seine Zuversicht gründet Lohr auf höhere Kalipreise, eine steigende Nachfrage nach Düngemitteln sowie Einsparungen aus dem Effizienzprogramm „Shaping 2030“ und nicht zuletzt auf die Erwartung, dass K+S in diesem Jahr abermalige teure Produktionsausfälle im Werk Werra erspart bleiben. Dafür hat K+S bereits im vergangenen Jahr zusätzliche Speicherkapazitäten für die bei der Kaliproduktion anfallenden salzhaltigen Abwässer geschaffen. Zudem nimmt die Produktion im neuen Kaliwerk Bethune zunehmend Fahrt auf, das bei Vollauslastung, die 2023 erwartet wird, rund ein Drittel billiger produzieren kann als die deutschen K+S-Werke.

Die über den Zielkorridor von 40 bis 50% auf 56% angehobene Ausschüttungsquote will Lohr denn auch als Signal gewertet wissen, dass der Vorstand an seine ehrgeizige Gewinnprognose für 2019 glaubt. Für die Aktionäre bedeutet die nach dem Einbruch des Nettoergebnisses für 2018 vorgeschlagene Ausschüttung von 25 Cent je Aktie nach 35 Cent im Vorjahr aber gleichwohl eine Dividendenkürzung.