Versicherungen

Signal Iduna – Leitermann lässt Kronprinzen noch warten

So lange, wie einst Prinz Charles, werden die möglichen Nachfolger von Ulrich Leitermann nicht warten müssen. Wer aber auf eine baldige Pensionierung des Signal Iduna-Lenkers spekuliert hat, muss sich noch gedulden. Wie wir exklusiv erfahren, hat der Aufsichtsrat des Dortmunder Versicherers auf seiner zweitägigen Sitzung gestern und heute dessen im Herbst endenden Vertrag bis zum 30.6.2025 verlängert.

Erst dann erreicht Leitermann (64) die für Vorstände geltende Altersgrenze von 66 Jahren. Leitermanns Vorgänger an der Konzernspitze und heutige AR-Chef Reinhold Schulte (75) könnte 2025 zwar eigentlich weitermachen. Die Satzung des VVaG sieht eine letztmalige Verlängerung für Aufsichtsräte bis zum 79. Lebensjahr vor. Wahrscheinlicher aber ist, dass Schulte dann für Leitermann Platz macht. 

Nachdem im Dezember überraschend Christian Bielefeld aus dem Vorstand ausgeschieden ist, gestaltet sich das Rennen um die Leitermann-Nachfolge wieder offen. Der 2018 von der VHV geholte IT-Vorstand galt als Leitermanns Favorit bis die Stimmung im Vorstand kippte, nachdem Bielefeld die Zuständigkeit für Operations an Johannes Rath verloren hatte. Ein neuer IT-Chef soll noch im Sommer anheuern. Für externe Kandidaten wird die Bewährungszeit bis zum Ausscheiden Leitermanns aber wohl zu knapp.

Intern gelten jetzt vor allem Rath, der eine steile Karriere hingelegt hat, mit seinen 39 Jahren aber noch recht jung ist, der mit Blick auf die Regulierungsanforderungen bestens geeignete CFO Martin Berger, der unter dem ehemaligen CFO Leitermann aber nicht immer einen leichten Stand hat, und Vertriebschef Torsten Uhlig als die aussichtsreichsten Kandidaten. Letzterer hat fast sein gesamtes Berufsleben im Haus verbracht und kann aktuell auf starke Absatzahlen verweisen bei Kranken, Komposit und bei den Signal Iduna-Zielgruppen Handwerk, Handel und öffentlicher Dienst.

Als Lame Duck wird Leitermann in seinen letzten Jahren an der Konzernspitze eher nicht in Erinnerung bleiben. Hohe Wellen hat gerade erst seine Auseinandersetzung mit den Hardcore-Fans von Borussia Dortmund um den Stadionnamen geschlagen. Die hatten übersehen, dass Signal Iduna in den letzten Jahren immer einer der wichtigsten Sponsoren des BVB (Signal Iduna-Anteil 6%) war. Im Konzern steht zudem der Abschluss des Strategieprogramms „Vision 2023“ auf der Agenda (s. PLATOW v. 25.11.). Nach 6,5 Mrd. Euro Umsatz 2022 sind für 2023 7,5 Mrd. Euro angepeilt. Beim Ergebnis sollen der dem Zinsanstieg geschuldete Rückgang auf 600 Mio. Euro wettgemacht und die für 2022 angepeilten 750 Mio. Euro nun im laufenden Jahr erreicht werden (Bilanz-PK 31.5.). mr

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