„2025 war ein starkes Jahr“, sagt Matthias Liermann, Präsident des deutschen Fondsverbands BVI. Die Branche freut sich über das stärkste Neugeschäft seit 2021 und „verwaltet mit über 4.859 Mrd. Euro ein Rekordvermögen“. Die Zuflüsse von 2021 kann die Branche allerdings nicht toppen.

Zudem entfällt ein Großteil der Zuflüsse auf margenschwache ETFs und Spezialfonds. Von den 86 Mrd. Euro, die in offene Publikumsfonds geflossen sind, machen Aktien- und Renten ETFs 57 Mrd. Euro aus.

ETF-Boom drückt auf die Margen

Von den in offenen Publikumsfonds insgesamt 1.839 Mrd. verwalteten Euros, liegen dem BVI zufolge 932 Mrd. Euro in Aktienfonds, davon entfallen 405 Mrd. Euro auf Aktien-ETFs. Rentenfonds kommen auf 295 Mrd. Euro, 81 Mrd. Euro davon liegen in Renten-ETFs. Mischfonds sind trotz der Abflüsse im Jahr 2025 mit 386 Mrd. Euro weiterhin auf Platz zwei. Geldmarktfonds erreichten 2025 61 Mrd. Euro. Immobilienfonds verwalteten Ende 2025 noch 112 Mrd. Euro, Tendenz sinkend. Nach minus 5,9 Mrd. Euro im Jahr 2024 flossen 2025 weitere 7,7 Mrd. Euro aus offenen Immobilien-Publikumsfonds ab.

Schaut man in die Feingruppen-Statistik, setzt sich der Trend fort, der sich schon im Jahresverlauf abgezeichnet hat. Europäische Small- und Midcap-Fonds verzeichneten Abflüsse (Aktienfonds Europa Small- und Mid Caps minus 817 Mio. Euro; Aktienfonds Euro-Länder, Small- und Mid Caps minus 109,6 Mio. Euro). Auch Ökologiefonds waren unbeliebt (minus 280,6 Mio. Euro), während Aktienfonds der Kategorie Rohstoffe/Energiewerte 2025 insgesamt 1,2 Mrd. Euro einsammelten.

Die größten Gewinner und Verlierer

Zu den größten Gewinnern unter den Anbietern zählen, wie erwartet, die größten Fondsgesellschaften. Betrachtet man offene Publikumsfonds der Kategorie Wertpapier-/Beteiligungsfonds (ohne Sachwertfonds), konnte BlackRock 2025 knapp 30,1 Mrd. Euro einsammeln (Netto-Mittelaufkommen). Das entspricht 11,2% des abgesetzten Netto-Fondsvermögens. Die Deka landet mit 17,8 Mrd. Euro (8,5%) auf Platz zwei. Und die DWS-Gruppe erreicht, trotz der Abflüsse aus der DWS Investment GmbH (minus 2,9 Mrd. Euro), mit plus 17,3 Mrd. Euro (5%) Platz 3.

Die größten Abflüsse in dieser Kategorie musste der Vermögensverwalter Flossbach von Storch mit einem Minus von 3,4 Mrd. Euro verkraften (-7,1%). Allianz Global Investors landet mit minus 2,8 Mrd. Euro (-2%) auf Platz 2. Darauf folgt die Oddo BHF Gruppe mit einem Minus von 2,1 Mrd. Euro (-17,6%).

Offene Spezialfonds verteidigen Platz 1

Die größte Gruppe innerhalb des in Fonds und Mandaten verwalteten Vermögens sind weiterhin offene Spezialfonds mit 2.287 Mrd. Euro. Davon entfallen 2,1 Mrd. Euro auf Wertpapier-/Beteiligungsfonds und 169 Mio. Euro auf Sachwertefonds. Altersvorsorgeeinrichtungen und Versicherer verwalten mit 813 Mrd. Euro und 536 Mrd. Euro den größten Anteil. Offenen Spezialfonds flossen 2025 mit 64 Mrd. Euro weniger neue Mittel als offenen Publikumsfonds (plus 86 Mrd. Euro) zu.

Die Universal-Investment Gruppe konnte mit 18,8 Mrd. Euro (3,6%) bei offenen Spezialfonds so viel einsammeln, wie kein zweites Haus. Auf Platz zwei und drei landen  HSBC Trinkaus & Burkhardt (8,9 Mrd. Euro, bzw. 2%) sowie Union Investment (7,9 Mrd. Euro, bzw. 5,3%). Die Deka schafft es mit 7,4 Mrd. Euro knapp dahinter. Auch die Landesbanken und ihre Töchter Helaba (4,6 Mrd. Euro, bzw.2,8%), Bayern Invest (4,2 Mrd. Euro, bzw. 5,1%) und die MEAG Gruppe (2,6 Mrd. Euro, bzw. 3,5%) landen unter den Top Ten. Bei den Abflüssen sticht die DWS Gruppe mit 2,2 Mrd. Euro (-3,9%) hervor.