Asset Management

BVI setzt harten Kampf gegen die Überregulierung von Fonds fort

Die Regulierung bleibt ein bestimmendes Thema der Fondsindustrie.  Während BVI-Chef Thomas Richter vor ziemlich genau einem Jahr die Lage in regulatorischer Hinsicht noch insgesamt positiv bewertete, zieht der deutsche Fondsverband für die nun abgelaufene Berichtsperiode 2015 nur eine gemischte Bilanz, wobei die Grundpfeiler der Branche erhalten geblieben sind. Anders als bei anderen Finanzmarktakteuren habe es durch die Regulierung keinen strukturellen Bruch in der Geschäftstätigkeit gegeben, sagte Richter auf der diesjährigen Jahres-PK am Donnerstag in Frankfurt.

Ähnlich wie vor einem Jahr, als sich der BVI ausdrücklich für eine Regulierungspause und faire Wettbewerbsbedingungen einsetzte, bewertet der Verband die weiter zunehmende Überregulierung durch Aufsichtsbehörden auf EU-Ebene kritisch. Seit Gründung dieser Behörden (ESMA, EBA und EIOPA) vor fünf Jahren wurden insgesamt 537 Durchführungsbestimmungen, Leitlinien und Empfehlungen veröffentlicht. EU-Parlament und Rat erließen als Gesetzgeber in diesem Zeitraum 39 Rahmenrichtlinien und -verordnungen. Das ist ein Verhältnis von 14 zu 1, rechnet der BVI vor. Für Richter führt die Überregulierung zu Widersprüchen und unbeabsichtigten Nebenwirkungen. Als Beispiel nennt er die EU-Richtlinie MiFID, die als politisches Ziel eine offenere Architektur in der Beratung vorsieht, in der Realität aber eine Einschränkung durch Zielmarktbestimmungen darstellt. Deshalb fordert der BVI u. a., die Rechtsetzungskompetenz der EU-Behörden einzuschränken.

Trotz der nur durchwachsenen Bilanz bei der Regulierung blickt der BVI auf ein außergewöhnlich gutes Fondsgeschäft 2015 zurück. Im Netto-Neugeschäft erreichte die Branche mit Zuflüssen von rd. 193 Mrd. Euro in Publikums- und Spezialfonds (71,9 und 121,5 Mrd. Euro) einen Rekord. Die Fondsgesellschaften verwalteten Ende 2015 ein Rekordvermögen von 2,6 Bio. Euro. Wie erwartet (s. PLATOW v. 15.1.), hat die Deutsche Bank-Tochter DeAWM im vergangenen Jahr im Privatkundengeschäft die Allianz-Tochter AGI beim Fondsabsatz auf Platz 1 abgelöst. Vor allem dank hoher Netto-Mittelzuflüsse der ETF-Tochter db x-Trackers in ETFs (4,3 Mrd.) verzeichnete die DeAWM unterm Strich einen Gesamtabsatz bei Publikumsfonds von 17,7 Mrd. Euro. Es folgt die AGI mit 14,6 Mrd. und auf Platz 3 die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken, Union Investment, mit 9,9 Mrd. Euro.

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