Am Tag seines Geburtstags hat DWS-Vorstand Stefan Hoops ein Rekordjahr verkünden können. Die strategischen Ziele, die sich die Gruppe 2022 gesetzt hatte, konnte die Fondsgesellschaft fast alle übertreffen. Lediglich das in alternativen Produkten verwaltete Vermögen fiel geringer als erwartet aus. Grund genug für Hoops, für 2028 noch ambitioniertere Ziele anzukündigen. Zu ambitioniert?

Bremsen könnten unter anderem der steigende Margendruck und die schwindende Nachfrage nach aktiven Strategien. Hoops selbst räumte im Analysten-Call ein, dass die Ziele auf der Annahme „konstruktiv unterstützender Märkte“ beruhten.

Doch zurück ins Jahr 2025. Das Ergebnis je Aktie lag mit 4,64 Euro über den avisierten 4,50 Euro. Die ordentliche Dividende will die DWS auf 3,00 Euro pro Aktie anheben (+ 36%). Für 2027 kündigte der Asset Manager zudem eine Sonderdividende an, die sich aus dem Überschusskapital von derzeit 1 Mrd. Euro speisen soll.

Als Grund für die höhere Dividende nennt die DWS die starken Finanzergebnisse für 2025. Das den Aktionären zurechenbare Konzernergebnis nach Steuern legte 2025 um 43% auf 927 Mio. Euro zu.

Flaggschiff-Fonds treiben Performance-Einnahmen

Während die Erträge 2025 um 14% auf 3,2 Mrd. Euro stiegen, blieben die Kosten nahezu stabil (2025: 1.831 Mio. Euro; 2024: 1.814 Mio. Euro). Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income-Ratio, CIR) fiel dadurch auf 58% (Ziel: 61,5%).

Die Erträge wurden hauptsächlich getrieben von höheren Performance-, Transaktions- und Managementgebühren aufgrund des höheren verwalteten Vermögens (Assets under Management, AuM). Das verwaltete Vermögen profitierte dabei auch von der günstigen Börsenentwicklung.

Die höheren Gebühreneinnahmen kamen dabei zu großen Teilen aus zwei Flaggschiff-Fonds: Konzept Kaldemorgen (15,4 Mrd. Euro AuM) und dem geschlossenen paneuropäischen Infrastrukturfonds (PEIF II, Zielgröße 2 Mrd. Euro).

Abflüsse aus aktiven Strategien

Die gesamten AuM erreichten Ende 2025 einen Rekordstand von 1.085 Mrd. Euro (2024: 1.012 Mrd. Euro). Die Langfrist-Nettomittelzuflüsse stiegen von 32,9 Mrd. Euro auf 33,7 Mrd. Euro. Treiber waren vor allem passive Produkte (einschließlich Xtrackers) mit einem Plus von 32,6 Mrd. Euro sowie Cash (plus 4,8 Mrd. Euro), also Fonds mit geringeren Gebühren. Alternative Strategien generierten ein Nettomittelaufkommen von 2,2 Mrd. Euro.

Der Bereich „Active Asset Management“ konnte im vierten Quartal 2025 zwar Nettomittelzuflüsse von 1,1 Mrd. Euro verzeichnen, kam 2025 aber insgesamt auf Nettomittelabflüsse in Höhe von 1,1 Mrd. Euro. Diese konnten auch durch Zuflüsse in systematische und quantitative Strategien (Active SQI) nicht ausgeglichen werden, die 4 Mrd. Euro einsammelten. Zudem gab es Abflüsse aus aktiven Aktienstrategien (minus 3,4 Mrd. Euro) und Multi-Asset-Strategien (minus 1,8 Mrd. Euro).

Hoops nimmt die – auf den ersten Blick – positiven Zahlen zum Anlass, die Finanzziele bis 2028 erneut höher anzusetzen. Das Ergebnis je Aktie will er jährlich um 10% bis 15% steigern. Die CIR soll unter 55% fallen. Die Performance- und Transaktionsgebühren sollen künftig 4 bis 8% der Nettoerträge ausmachen. Und die kumulierten Langfrist-Nettomittelzuflüsse sollen im Zeitraum 2026 bis 2028 160 Mrd. Euro übersteigen.

Hoops Zukunftsvision für 2028

Grundlage des Wachstums seien das disziplinierte Kostenmanagement sowie die Wachstumschancen, hieß es. In den vergangenen Jahren habe die DWS stark in ihr Personal investiert, unter anderem in Absolventenprogramme sowie den Aufbau interner Talente. Ebenso habe man Prozesse vereinfacht und könne unter anderem durch Automatisierung und effizientere IT-Systeme Kosten einsparen.

Auf der anderen Seite ist Hoops optimistisch und rechnet mit einer weiterhin guten Kapitalmarktentwicklung. Besonders positiv ist er für Europa und Deutschland gestimmt. Als positive Faktoren für Deutschland nannte er die Altersvorsorge-Reformen wie die Frühstart-Rente und das neu zugelassene Altersvorsorgedepot ohne Renditegarantien. Dadurch erhofft sich die DWS stärkere Zuflüsse von deutschen Anlegern.

Was gegen Hoops Ziel für ein weiter sinkendes Kosten-Ertrags-Verhältnis spricht, sind allerdings die Abflüsse aus aktiven Strategien und der weiter steigende Margendruck. Allein 2025 ist die Management-Gebühren-Marge von 26,1 auf 25,0 Basispunkte gefallen. Setzt sich dieser Trend fort, fällt das Asset-Wachstum weniger ins Gewicht, wodurch der Kostenhebel automatisch länger wird.