Greenwashing-Vorwurf gegen DWS verliert an Kraft

Nur wenige Nachrichten bescheren der DWS so viel Aufmerksamkeit wie die Vorwürfe und Ermittlungen rund um „Greenwashing“. Die Suchmaschine Google meldet für Ende Mai 2022, als Aufsicht, Bundespolizei und Staatsanwaltschaft die Räume der größten deutschen Fondsgesellschaft und der Mutter Deutsche Bank durchsuchten, ein hohes Aufkommen für die Suchworte „DWS“ und „Greenwashing“. Auch als der damalige Firmenchef Asoka Wöhrmann wenig später durch den heutigen CEO Stefan Hoops ersetzt wurde, hielt die Aufregung im Internet an. Das 25 Mio. Euro schwere Bußgeld wiederum, das die Frankfurter Staatsanwaltschaft vor wenigen Tagen bekanntgab, sorgte offenbar ebenfalls für viele Anfragen – wenn auch nicht mehr so stark wie damals.
Auch darüber hinaus hängen viele Suchanfragen anscheinend mit Vorwürfen gegen die DWS zusammen. Das gilt für die zweite Razzia im Januar 2024 sowie für verschiedene Protestaktionen der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Als die Aktivisten im November 2022 die Wände in der Einganghalle der DWS-Zentrale medienwirksam mit „Exit Fossils“ und anderen Parolen besprühten, fiel das Suchaufkommen für „DWS“ zum Beispiel höher aus als in der Folgewoche, als der Milliardenfonds „DWS Top Dividende“ viel Geld ausschüttete. Einen kausalen Zusammenhang belegt die Statistik allerdings nicht.
Auf lange Sicht fällt die Häufigkeit der Suchen nach „Greenwashing“ leicht ab. Das mag auf eine schwindende Aufmerksamkeit für Themen der Nachhaltigkeit hindeuten oder aber auf eine geringe Relevanz der Vorwürfe. Nach rund drei Jahren Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft wenig in der Hand. Die DWS habe sich als „Leader“ bezeichnet und ESG als „festen Bestandteil“ in der eigenen „DNA“ verortet, kritisieren die Ermittler. Millionenschwer ist das Bußgeld, weil es sich am Gesamtumsatz der Deutschen Bank bemisst. Die DWS hat die Strafe bereits vorab mittels Rückstellung verdaut. Viel Lärm um wenig also. Wer hört da noch hin?