Von den Banken, die diesen Markt noch vor ein paar Jahren fast komplett beherrschten, ist inzwischen aber nicht mehr so viel zu sehen. „Im Mid-Cap-Markt spielen Banken tendenziell nur noch bei bestimmten Assets eine Rolle – Maschinenbau und Automotive etwa, wo die Kaufpreis-Multiples und entsprechend der Leverage recht niedrig sind. Bei Tech- und Healthcare-Targets dagegen dominieren aufgrund der hohen Multiples die Debt Funds“, erläutert Frank Schlobach, Finanzierungspartner bei Gleiss Lutz.

Lockere Konditionen bleiben die Regel

Neu ist, dass große Private Debt-Anbieter wie Blackstone, Hayfin oder Ares nun auch in den Markt der Milliardendeals vordringen, nötigenfalls als Kreditgeber-Club. „Inzwischen stellen bei größeren Volumina auch mal mehrere Debt Funds gemeinsam die Finanzierung, oft auf Betreiben der Sponsoren. Das macht besonders bei Growth-Investments Sinn, die einen längeren Atem und mehr Spielraum erfordern“, sagt Alexandra Hagelüken, Finance-Partnerin bei Latham & Watkins.

Zu verschärften Konditionen hat der immer finsterere gesamtwirtschaftliche Ausblick bislang nicht geführt. Dass verstärkt Finanzkennzahlen eingefordert werden, ist nach Schlobachs Beobachtung „im Term Loan B-Bereich nach wie vor die Ausnahme und bei einer Unitranche-Finanzierung häufig abhängig vom konkreten Asset“. Covenant-Lite-Kredite bleiben einstweilen gebräuchlich, das Ende der lockeren Regeln aus Zeiten des mit reichlich Zentralbankgeld angeheizten Post-Corona-Booms ist noch nicht sichtbar. 

Spannend ist nun die Frage, wann es mit den Covenants und den Sicherheiten enger wird. „Bisher ist davon noch nichts zu sehen“, berichtet Latham-Partnerin Hagelüken. Dass die Kreditfonds schon bereitstehen, wenn die Banken bald vorsichtiger agieren müssen, darf man aber wohl annehmen.