Bankhaus RSA in Schieflage
Die Genossen haben einen neuen Problemfall. Nach unserer Exklusiv-Recherche befindet sich das Bankhaus RSA in Schieflage. Was das Ganze besonders pikant macht.

Das genossenschaftliche Bankhaus RSA benötigt nach unseren Recherchen finanzielle Unterstützung. Das Institut zählt mit einer zuletzt deutlich gekletterten Bilanzsumme von 1,2 (2022: 0,8) Mrd. Euro zu den größten Primärinstituten in Bayern. Es gibt bereits Gespräche mit der Sicherungseinrichtung. Wie groß der Finanzbedarf ist, konnten wir noch nicht in Erfahrung bringen. Auf eine Anfrage unsererseits haben Vorstandssprecher Alfred Pongratz und sein Stellvertreter Andreas Thalmeier bis Redaktionsschluss nicht reagiert.
Über die Gründe der Probleme können wir nur spekulieren, wobei es Hinweise aus dem Genolager gibt. So sei das im oberbayerischen Rechtmehring ansässige Institut, das im Juni 125jähriges Jubiläum feiert und 1977 aus der Fusion der Raiba Rechtmehring-Albaching mit der Raiba Soyen entstanden ist, durch ein aggressives Immobiliengeschäft u. a. in München aufgefallen.
Dort wackeln seit der Zinswende viele Projektentwickler. Besonders eng ist die Verbindung der Bank RSA mit der KWAG. Die gehört zu den großen Wohnimmobilienentwicklern in München und teilt sich mit der Bank sogar die gleiche Adresse in Schwabing.
Pikant: Das Bankhaus RSA ist in der Vergangenheit eher aufgefallen durch lautstarke Forderungen an die Politik. In einem Brandbrief wurden 2019 undifferenzierte Bankenregulierung und überzogene EK-Vorschriften bemängelt. Der Brief war sogar Thema in Bundestag und Europaparlament. Das Ganze mündete 2024 im Besuch einer BaFin-Delegation unter Raimund Röseler in Rechtmehring. Der nächste BaFin-Besuch wird sicher weniger erfreulich.