Eine zurückhaltende bayerische Mutter, die stolz auf ihre selbstbewusste Berliner Tochter ist, hat Seltenheitswert. Während Stephan Winkelmeier, Vorstandsvorsitzender der BayernLB, auf der heutigen Bilanz-PK von einem „soliden Ergebnis“ spricht, das ein „Beleg für unser funktionierendes Geschäftsmodell“ ist, meldet Sven Deglow, Vorstandschef der DKB, voller Stolz ein „Rekordergebnis“.

Nach einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1,6 Mrd. Euro im Vorjahr erreichte die BayernLB 2025 nur noch 1,4 Mrd. Euro und kündigt für 2026 vorsorglich gleich an, dass sie ein Ergebnis zwischen 1,0 Mrd. und 1,3 Mrd. Euro erwartet. Ganz anders die Tochter DKB, die mit ihren 1,2 Mrd. Euro nicht nur 86% zum Ergebnis der Mutter beiträgt, sondern auch gleich selbstbewusst ankündigt, diesen Wert bis 2030 auf 1,6 Mrd. Euro steigern zu wollen.

Sinkende Renditen in München, steigende in Berlin

Zusätzlich kämpft die Mutter gegen steigende Kosten und sinkende Effizienz. Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income-Ratio, CIR) stieg zwischen 2024 und 2025 von 42,5% auf 48,2%. Das IT-Großprojekt „Kopernikus“ sowie „tarif- und inflationsbedingte Kostensteigerungen“ lassen grüßen. Gleichzeitig ist die Eigenkapitalrendite (Return on Equity, RoE) von 12,8% auf 10,5% gesunken.

Fairerweise sei erwähnt, dass die risikogewichteten Aktiva (RWA) im gleichen Zeitraum von 70 Mrd. auf 65,3 Mrd. Euro reduziert wurden, während die CET1-Quote (hartes Kernkapital im Vergleich zu RWA) von 18,7% auf 20,9% geklettert ist. Kurz: Weniger Risiko und kürzerer Eigenkapitalhebel (Lower Leverage).

Die Tochter DKB hingegen glänzt mit einer CIR von 37% (2024: 36%) und einer RoE von 30% (2024: 28,1%). „Das ist mehr als eindrucksvoll, auch im europäischen Vergleich“, lobte Winkelmeier die „Kollegen in Berlin“.

Glaubt man den Auftritten der BayernLB und der DKB, gibt es nur einen kleinen Wermutstropfen: Das wie erwartet schwächelnde Kartengeschäft der DKB, das den Provisionsüberschuss 2025 um 6,5% auf 201 Mio. Euro gedrückt hat. Die DKB hatte sich im Herbst 2025 aus der Kooperation mit Lufthansa (Miles & More) verabschiedet. Der Zinsüberschuss blieb mit 1.859 Mio. Euro nach 1.848 Mio. Euro Ende 2024 nahezu unverändert.

Landesbank-Tochter als Konkurrentin der Sparkassen

Das Gesamtbild verdunkelt diese kleine Schwäche der DKB bei den Provisionen aber nicht. Sie trägt das Ergebnis der BayernLB. Und so ist man auch in München stolz auf die Tochter: „Die BayernLB ohne die DKB kommt in meiner Gedankenwelt nicht vor. Da denke ich nicht eine Sekunde drüber nach. Die DKB ist integrativer Bestandteil dieser Gruppe“, so Winkelmeier.

Und so unterstützt er auch die Pläne der DKB, das Wertpapierangebot noch weiter auszubauen. Die Gruppe sei „heilfroh“, mit Upvest einen neuen Partner für die Wertpapierplattform gefunden zu haben. „Wir können leistungsgerechter und günstiger als bisher abrechnen.“ Das sei besonders deshalb wichtig, weil die „digital affine Kundenklientel“, auf die die DKB mit ihrem Angebot abzielt, besonders häufig mit den Preisen und Angeboten der Wettbewerber wie Revolut und Trade Republic vergleiche.

Damit entwickelt sich die DKB jedoch zum direkten Konkurrenten des geplanten Wertpapierangebots der Sparkassen „S-Neo“. Winkelmeier verteidigt seine Tochter. Es gebe noch viele Kunden, die ihre Wertpapiergeschäfte außerhalb des „öffentlichen Sektors abwickeln“. Winkelmeier: „Und wenn wir attraktive Angebote haben, ist es immer noch eine gute Möglichkeit, im Zweifelsfall innerhalb des öffentlichen Sektors zu wechseln und nicht zur Konkurrenz zu gehen. Und darauf baue ich sehr!“ Ob das die Sparkassen auch so sehen, wird sich zeigen. Besonders bei den Instituten außerhalb Bayerns, die nicht einmal an den Gewinnen der DKB beteiligt sind.