Die Auswertung zeigt, dass die Verkäufer wieder niedrigere Haftungshöchstgrenzen für die Verletzung von Gewährleistungen ansetzen konnten. Auch so genannte Locked-Box-Klauseln, die Vereinbarung eines fixen Kaufpreises, konnten vermehrt durchgesetzt werden. Die zunehmende Zahl von Gewährleistungsversicherungen und Earn-out-Klauseln, die einen Teil des Kaufpreises von der zukünftigen Entwicklung des Zielunternehmens abhängig machen, finden als traditionell verkäuferfreundliche Mechanismen ebenfalls vermehrt Einzug in die Verträge. Hinzu kommt, dass MAC-Klauseln mit dem Rücktrittsrecht für Käufer relativ selten vereinbart wurden. CMS ist zuversichtlich, dass diese Entwicklung anhält. Eine Sonderrolle im europäischen M&A-Markt nimmt derzeit die Schweiz ein. Seit der unerwarteten Entkopplung des Schweizer Frankens vom Euro müssen viele Deals neu bewertet werden. Einige Transaktionen seien wieder zurückgezogen worden, so Stefan Brunnschweiler, CMS-Partner in Zürich und Leiter der weltweiten Corporate/M&A-Gruppe. Aber auch laufende M&A-Deals sind betroffen. So muss ein Schweizer Verkäufer, der einen Euro-Kaufpreis für sein Unternehmen akzeptiert hat und den Wechselkurs nicht abgesichert hat, das Risiko des schwankenden Wechselkurses tragen. Gleichzeitig werden Targets im Ausland für Schweizer deutlich attraktiver.