Banken

Hohes Gehalt für lange Arbeitszeiten

Stagnierende Gehälter und überbordende Überstunden - so lesen sich die aktuellen Arbeitsmarktstatistiken aus Sicht der Finanz- und Versicherungsbranche. Aber nur auf den ersten Blick.

Katharina Müller,
Frankfurter Skyline bei Nacht. Blick von der Deutscherrnbrücke auf das Bankenviertel mit seinen Hochhäusern in Frankfurt am Main
Banker arbeiten besonders viele Stunden, weshalb die Bankentürme Frankfurts auch bei Dunkelheit noch leuchten. © Jörg Braukmann Wikimedia

Die Gehälter in der Finanz- und Versicherungsbranche stagnieren 2025 erneut. So zumindest das Ergebnis der Gehaltsübersicht des Personaldienstleisters Robert Half. Schon im Vorjahr war von den Experten bei der Gehaltsentwicklung tote Hose angesagt worden, trotz des Fachkräftemangels. Zu spüren bekommen das allerdings vor allem Berufsanfänger, denn Berufserfahrung und Führungsverantwortung wurden auch 2025 belohnt.

Wenig überraschen dürfte, dass die Saläre bei Finanzdienstleistern und Versicherern laut Erhebungen des Statistischen Bundesamts trotz der stagnierenden Einstiegsgehälter weiterhin ganz weit oben in der Gehaltstabelle stehen.

Piloten und Ärzte verdienen mehr

Zwar werden Finanzdienstleister regelmäßig von Piloten (28.506 Euro Mediangehalt im April 2024), Medizinern (Mediangehalt für Führungskräfte: 13.798 Euro), Richtern, Staatsanwälten und Führungskräften diverser Branchen überholt, mit einem Mediangehalt von 7.814 Euro und einem Durchschnittsgehalt von 8.893 Euro gehören Anlageberater oder Finanzdienstleistungsexperten dennoch zu den Spitzenverdienern. Das trifft auch auf weitere Vertreter der Branche zu.

An der Spitze der Tabelle stehen Angestellte der Finanz- und Versicherungsbranche dafür aber auch an andere Stelle in der Arbeitsmarktstatistik: Der Erhebung zu „überlangen Arbeitszeiten“. 17% der Beschäftigten bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern haben 2024 nach Angaben des Satistischen Bundesamts gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche gearbeitet. An zweiter Stelle folgen Angestellte von Energieversorgern (15,9%). Das diesmal glückliche Schlusslicht bildet das Gastgewerbe mit 6%. Insgesamt haben 2024 7,2% aller Vollzeiterwerbstätigen in der Regel mehr als 48 Stunden pro Woche gearbeitet. Überraschend ist, dass Ärzte in dieser Statistik gar nicht genannt werden.

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