Sparkassen und Kreditgenossen melden massig neue Marken an
"69NXT", "Kopfgeld", "Bänking Box" und "Gisela": Eine PLATOW-Analyse zeigt, dass die Zahl der Marken im Bereich der Sparkassen und Genossenschaftsbanken wächst. Was diese damit bezwecken.

Spardosen-S und Pferdekopf-V sind nicht genug. Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken denken sich lieber neue Logos und Namen für die Kundenakquise aus. Die Zahl der Anmeldungen neuer Marken wächst.
Die Geldhäuser nutzen den neuen Auftritt zum Beispiel in der Wirtschaftsförderung, wo die Volksbank Stuttgart als „Gründerländ“ beim Start hilft, die Volksbank Mittweida mit „SkillHUB“ Weiterbildungen offeriert oder die Sparkasse Düren als „S-Pioneer“ in Erscheinung tritt.

Damit nicht genug. Einzelne Häuser bieten eine Videoberatung, die mal als „Dialog-Insel“ der Taunus Sparkasse und mal als „Bänking Box“ der Volksbank Hohenlohe daherkommt, oder bei der Sparkasse Altenburger Land als „Gisela“, der Kurzform für „Geschäftsstelle für interaktiven Service, Erlebnisse und Leistungen im Altenburger Land“.
Vor allem wohl junge Kundschaft soll sich angesprochen fühlen, wie gerade die Sparkassen hervorheben. Die Sparkasse Leverkusen tritt als „Youfin“ („Dein Space für Finanzen in Leverkusen“) auf, die Frankfurter Sparkasse gibt sich mit „69NXT“ („Eine Bewegung, eine Gemeinschaft, ein Lebensgefühl“) ebenfalls jugendlich und die Berliner Sparkasse hat sich das „Kopfgeld“ als Podcast und Magazin für junge Leute ausgedacht („Geld beginnt im Kopf“). Im Genossenschaftslager empfiehlt sich die apoBank als „Apo Campus“ für Studenten in Heilberufen („Die Ibu für Deinen Cashflow“).
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Neuer Höchststand
Alle Beispiele sind beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) vermerkt. Dabei haben wir bei unserer Recherche ausschließlich Anmeldungen für Wort- und Bildmarken von Genossenschaftsbanken und Sparkassen beachtet. Mehrfachanmeldungen haben wir als einzelnen Eintrag gezählt, etwa wenn ein Logo in mehreren Varianten vermerkt ist. Anmeldungen von Tochterfirmen haben wir nicht berücksichtigt.
Während deutschlandweit die Zahl der neu angemeldeten Marken nach einem Boom in der Coronakrise wieder etwas abflachte, nahm die Markenlust unter den regionalen Instituten weiter zu. Das Jahr 2025 markiert mit 56 Eintragungen in unserer Zählung einen Höchststand. Allerdings haben die Sparkassen nicht mehr ganz so viel Lust auf neue Marken wie die Genossenschaften.
Das Geschäft mit Namen
Einige Banken sind besonders umtriebig. Die genossenschaftliche Gestalterbank im Südwesten zählt verschiedene Töchter im Zahlungsverkehr und hat etwa die Software-Firma Cazendo oder den Online-Zahlungsdienst Lynck selbst angemeldet. Die VR-Bank Niederbayern Oberpfalz hat sich als „Meine Bank“ einen neuen Grünton verschafft, ein Chamäleon für die Tochter VaiRreisen angemeldet und strebt nun einen Auftritt als „b-on.bank“ an. Die Sparkasse Bremen meldete „Deine Baufi App“ an, schuf einen Seil mit Knoten als Logo für Stadtteilfilialen („Ein Ort, der uns verbindet“) und gründete den Immobilienkaufdienstleister „Flexi“.
Manchmal ist auch eine Fusion der Grund für eine neue Anmeldung: Die VR Bank RheinAhrEifel, die mit der angeschlagenen PSD Bank Koblenz zusammengeht, hat sich bereits die Marke „VR-Bank Koblenz“ sichern lassen. Die VR Bank Fulda ließ vor der geplanten Fusion mit der VR Bank Main-Kinzig-Büdingen die Marke „VR RegionalBank“ eintragen.
Zu den erfolgreichsten Neumarken dürfte aber weiterhin der „Finanzpunkt“ gelten, hinter dem die Frankfurter Volksbank und die Taunus Sparkasse stehen. Bereits seit einigen Jahren schmückt das Logo die geteilten Filialen der beiden Geldhäuser. Wenn’s ums Geld geht, machen sie den Weg frei.