Stiftungen – HVB sieht sich im Geschäft dauerhaft vorne

Dieser Platz soll mindestens gehalten werden, erklärt Sandra Bührke-Olbrich, Direktorin Stiftungsmanagement Wealth Management & Private Banking, im Gespräch mit PLATOW. Das erfordert viel Arbeit und stetige Verbesserungsbereitschaft auf einem sich wandelnden und wachsenden Markt. Die Zahl der Stiftungen stieg hierzulande nach Zahlen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen in den letzten rd. 20 Jahren von etwa 9.700 auf über 25.000, doch analog zum Bankenbereich wird auch hier die Regulatorik anspruchsvoller.
Das beginnt bereits bei vermeintlichen Kleinigkeiten wie der Legitimation. Eine Stiftung muss bspw. gegenüber der Bank darlegen, wer entscheidungsfähig und wofür eine Bescheinigung erforderlich ist. Letztere einzuholen wird oft zum Geduldsspiel, denn die zuständigen Bundesländer verharren vielfach noch in der Analogwelt. Abhilfe soll ein nationales Stiftungsregister schaffen, das zum 1.1.26 eingeführt wird. Dies hilft bei der Legitimation der Stiftung und Gremien gegenüber Dritten, bedeutet aber auch einen Mehraufwand für Eintragungen oder Beglaubigungen. Dabei muss bedacht werden, dass die Kosten i.d.R. nicht mehr als rund ein Viertel bis ein Drittel der Stiftungserträge aufzehren dürfen.
Vielfach ist die Kostensituation der Stiftungen wegen mehr Regulatorik aber bereits heikel. „Unter zwei Millionen Euro lohnt es sich kaum noch, eine rechtsfähige Stiftung zu gründen“, sagt Bührke-Olbrich. Zwar wären die regulatorischen Anforderungen „nachvollziehbar“, sie würden aber bei ehrenamtlichen oder fachfremden Stiftungsvorständen auch zu Unsicherheiten oder gar einer Abkehr vom Ehrenamt führen. Diesem Negativtrend setzt die HVB zahlreiche Lösungen entgegen. „Wir beraten bei Managementthemen (u.a. Satzungen, Formulierungen wie mündelsichere Geldanlage), stellen Fragen und geben Hinweise, machen aber keine Rechts- und Steuerberatung, erklärt Bührke-Olbrich das Konzept.
Zudem wird ein „Dach“ angeboten, unter das bei Bedarf geschlüpft werden kann. „So werden anfallende Kosten, u.a. Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Abstimmungsaufwand, Transparenzregister und künftig Stiftungsregister, solidarisch innerhalb der Stiftungen unter dem Dach verteilt“, erklärt die HVB-Managerin. Findet sich kein Nachfolger für die Stiftungsleitung oder das -kapital schwindet bedenklich, werden bspw. Stiftungszusammenlegung oder die Dach-Lösung vorgeschlagen.
Dabei ist von der Bank stets Fingerspitzengefühl gefragt, denn schließlich sind die Stiftungen i.d.R. eine Herzenssache und Stifter haben nicht nur genaue Vorstellungen hinsichtlich der Ziele und Durchführungswege. Um das Angebot zu verbreitern, hat sich die Hypo-Stiftergemeinschaft zudem kürzlich von einer Treuhandstiftung in eine rechtsfähige Stiftung umgewandelt. „Dadurch ist der Weg offen, dass sich neben Treuhandstiftungen nun auch bestehende rechtsfähige Stiftungen unserem Dach anschließen können, analysiert Bührke-Olbrich.
Stiften sei „vielfältiger geworden“, weswegen es nicht den einen Weg gäbe, um den steigenden Anforderungen zu begegnen. Es gehe darum, Kunden bei der Gründung und dem anschließenden Weg zu begleiten, fasst Bührke-Olbrich das Konzept zusammen. Ihr Haus sieht sie für die kommenden Aufgaben auf dem sich wandelnden Markt vorbereitet: „Andere national handelnde Banken haben nicht unseren breiten Lösungsansatz, speziell nicht unsere dezentrale Betreuung durch unsere regional ansässigen Spezialist:innen in der Vermögens- und Nachfolgeplanung.“ mv