Bankensektor

Teure Digitalisierung – BVR lässt Atruvia noch mal antanzen

Der Ständige Projekt- und Strategieausschuss beim BVR, kurz SPSA, ist ein Beratungsgremium, das formal nichts zu entscheiden hat, dessen Rückendeckung sich Verbundunternehmen aber besser sichern, wollen sie Primärbanken mit steigenden Kosten konfrontieren. Genau das versucht am Freitag zum zweiten Mal der genossenschaftliche IT-Dienstleister Atruvia.

Der erhielt bisher für Digitalisierung jährlich 60 Mio. Euro von den Primärinstituten. Die IT-Umlage endet am 30.6., die Digitalisierung der Branche nicht. Ein neues Finanzierungsmodell muss schnell her, am besten nicht mehr über eine Umlage, sondern über steigende Preise. Die Frage nach der Mittelverwendung konnte die Atruvia-Spitze beim letzten Vorsprechen vor dem SPSA kurz nach dem Jahreswechsel und wohl auch vor dem BVR-Verbandsrat vor ein paar Wochen indes nicht zufriedenstellend beantworten.

Es geht um viel Geld: Im Gespräch ist eine Preiserhöhung um 5% nur für die Digitalisierung. Dieser Wert addiert sich zu den 5%, die die Primärinstitute bereits für den Betrieb der Rechenzentren zusätzlich berappen müssen (u.a. für höhere Energiekosten). Angesichts dieser Mehrausgaben will der BVR der bisher recht unabhängig agierenden Atruvia wenigstens genauer auf die Finger schauen. Wie wir hören, wird darüber diskutiert, dafür einen noch aus Zeiten der §44-Prüfung der Atruvia stammenden Ausschuss zu nutzen, der das Projektportfolio der Atruvia überwacht. Ihm gehört u.a. BVR-Vorstand Andreas Martin an. Für die Atruvia-Führung um Martin Beyer und Ulrich Coenen sowie AR-Chef Jürgen Brinkmann wären das keine angenehmen Aussichten, für BVR-Präsidentin Marija Kolak ist es eine Bewährungsprobe. mr

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