Commerzbank eröffnet in Casablanca
In der Metropolregion entlang der Atlantikküste leben an die vier Millionen Menschen, das sind etwa 10% der Gesamtbevölkerung. Schon vor einem Jahr hatte Knof auf einer Konferenz in Frankfurt entsprechende Andeutungen gemacht. „Wenn die Energiewende gelingen soll, brauchen wir auch die Zusammenarbeit mit Ländern Nordafrikas wie Marokko.“ Jetzt macht Knof Nägel mit Köpfen und eröffnet eine Repräsentanz.
Die Bank folgt damit ihren Kunden, geht somit kein großes Risiko ein. Zudem trifft die Commerzbank auf offene Ohren der deutschen Politik, die nicht müde wird zu betonen, wie sehr Afrika aufgrund der Energiewende und dem De-Risking gegenüber Russland und China zunehmend in eine neue Rolle rückt. Wo von Transformation die Rede ist, steht Stefan Wintels (KfW) wie kein anderer bereit. Er hat zwar noch leise Zweifel an einem grundsätzlichen Wandel der Banken in Bezug auf Afrika, wird aber für Flankenschutz zu sorgen. Alle drei Hauptakteure, Christian Lindner für die Politik, der Förderbanker Wintels sowie Knof für privates Kapital, wollen in Marrakesch die Afrika-Initiative voranbringen.
Der Vorstoß der Commerzbank steht im Kontrast zum Rückzug der dort traditionell starken französischen Großbanken aus einigen politisch instabilen Ländern, zuletzt Société Générale und zuvor aus Compliance-Gründen bereits BNP. Das Königreich Marokko indes ist vergleichsweise stabil. afs