Sparkassen

Einlagensicherung – Bayerns Sparkassen sehen EU-Pläne kritisch

Ulrich Reuter weiß, was sich gehört. Die Nachfolge von DSGV-Präsident Helmut Schleweis tritt der bayerische Sparkassenpräsident erst Anfang 2024 an. Bis dahin hält er sich zu allen Themen zurück, an denen sich Schleweis in den letzten Jahren abgearbeitet hat, allen voran einer engeren Kooperation oder mehr Konsolidierung in der Sparkassengruppe.

Es gibt genug andere Themen, die nicht nur den DSGV, sondern auch die bayerischen Sparkassen, deren Präsident Reuter seit 2021 ist, berühren: Von Verbraucherschutz und zunehmender Regulierung, die Reuter nicht per se ablehnt, über die Zinsentwicklung, die fordernd ist, aber keine Sparkasse in Deutschland wie im Freistaat in Nöte gebracht hat, bis hin zur schwierigen Personalgewinnung, die Sparkassen, DekaBank, aber auch die übrigen Säulen der Kreditwirtschaft angesichts überall  fehlenden Nachwuchses umtreibt.

Neu dazugekommen sind, s. PLATOW v. 18.4., die EU-Pläne zur Neugestaltung der „Bankenrestrukturierung“. Unter dem Kürzel CMDI geht es um Krisenmanagement und die in der EU besonders umstrittene Einlagensicherung. Die deutschen Sparkassen und Geno-Banken sehen in dem Papier der Kommission einen Angriff auf den Kern ihrer jeweiligen Gruppe und bewerten die Entwicklung sehr kritisch. Man wolle keine Vergemeinschaftung der Einlagensicherung.

Reuter stellt aber auch die Frage, ob das wirklich so komme. So taugten die Krisenfälle einiger US-Regionalbanken, die anders beaufsichtigt würden als EU-Institute, wie auch der Großbank Credit Suisse kaum als Rechtfertigung. Bei der CS spielten nicht zuletzt Managementfehler eine Rolle. Für Reuter wäre die Krise eher Anlass, genau zu unterscheiden zwischen Regionalbanken und internationalen Finanzkonzernen und vielleicht über ein Trennbankensystem nachzudenken, das in der EU aber wenig Chancen habe. mr

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