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KfW bereitet Blitzstart unter neuer Bundesregierung vor

Die KfW strotzt vor Kraft, muss aber ihre Aufgabe unter neuer Bundesregierung noch finden. Eine starke Rolle zeichnet sich bereits für zwei Töchter ab, die immer mehr ins Rampenlicht rücken.

Jan Schrader,
Logo der KFW an der Zentrale in Frankfurt am Main
Logo der KFW an der Zentrale in Frankfurt am Main © AdobeStock

„Bestens gerüstet“, „kein Kaltstart“ und ein Fokus auf „Wettbewerbsfähigkeit“ und „Resilienz“: KfW-Chef Stefan Wintels legt sich ins Zeug, um den künftigen Koalitionären in Berlin eine weiterhin starke Rolle der Bank ans Herz zu legen. Das wichtige Ressort für die Inlandsförderung übertrug der Verwaltungsrat kurz zuvor an IT-Vorständin Melanie Kehr, während die bisherige Verantwortliche Katharina Herrmann das Amt aus „privaten Gründen“ Ende April aufgibt. Das will Wintels offenbar als Botschaft verstanden wissen: Die Bank steht bereit, der Schlüssel steckt. Die Suche für eine Nachfolge im IT-Ressort läuft.

Nun aber steht die Kreditanstalt vor einem Luxusproblem: Milliardengewinn reiht sich an Milliardengewinn, im Jahr 2024 kamen 1,4 Mrd. Euro zusammen, nach 1,6 Mrd. Euro im Jahr zuvor. Eigenkapital ist mit 39,6 Mrd. Euro und einer Gesamtkapitalquote von 30,3% reichlich vorhanden. Die Ausfälle sind gering, sodass die Bank sogar ein Bewertungsergebnis von plus 39 Mio. Euro im Kreditgeschäft und 149 Mio. Euro auf Beteiligungen verzeichnet. Unklar ist, wo die Bank ihre Stärken künftig ausspielen soll.

Eine starke Rolle wünscht sich die KfW als „Ankerinvestorin“, wie Finanzvorstand Bernd Loewen sagt. Aus einem Beteiligungsvolumen von konzernweit 5,7 Mrd. Euro entfallen bereits 1,2 Mrd. Euro auf die junge KfW Capital, die Geld für Venture-Capital-Fonds bereitstellt. Das Geschäft ist für die KfW kapitalintensiv. Auch die Förderung der Rüstungsindustrie sieht die Führung nicht zuletzt im Venture-Capital-Segment aufgehoben. Die „Dual-Use“-Vorgaben, die für neue Technik neben der militärischen eine zivile Nutzung vorsehen, sollen fallen. Wintels: „Das ist auch für uns ein neuer Weg.“

Die klassische Förderung – fast ausschließlich für Zinsverbilligung – werde nach 504 Mio. Euro im vergangenen Jahr auch fortan mindestens in dieser Größenordnung rangieren, sagt Wintels. Doch auf deutlich höhere Werte für diese „Vorabdividende an die Gesellschaft“ will sich der Bankchef nicht festlegen. Für das Vertrauen in die KfW seien auch künftig Gewinne jenseits der Milliardenschwelle wichtig.

Wie sich das Neugeschäft nach 113 Mrd. Euro im Vorjahr künftig entwickelt, wird erst unter neuer Bundesregierung klar. Wintels rechnet frühestens im späteren Jahresverlauf mit Effekten. Eine starke Rolle zeichnet sich aber für die KfW Ipex-Bank ab, die etwa Schiffe, Flugzeuge, Windräder und Industrievorhaben finanziert. Die Tochter hat mit ihrer Bilanzsumme die Marke von 30 Mrd. Euro durchbrochen und steht somit unter direkter EZB-Aufsicht – ein Schritt, den die KfW offenbar lange vermeiden wollte. Nun aber gehen EZB-Prüfer ein und aus und für die Ipex-Bank gibt kein Halten mehr: Die Schwelle von 40 Mrd. Euro sei nah, sagt Loewen.

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