Nord/LB – Deutsche Hypo soll doch nicht verkauft werden

Bis zuletzt wird in den Nord/LB-Gremien an den Details des neuen Geschäftsmodells gefeilt, das Bürkle auf der Bilanz-PK am Donnerstag auch der Öffentlichkeit präsentieren will. Dabei geht es vor allem um eine drastische Schrumpfkur der Nord/LB-Bilanz, um Risiken herauszunehmen und die EU-Kommission milde zu stimmen, die die Kapitalspritze ebenfalls noch abnicken muss.
Offensichtlich auf Drängen des Landes Niedersachsen, das die Mehrheit an der Nord/LB hält, soll die Deutsche Hypo nun doch nicht verkauft werden. Damit will Niedersachsen zukünftig gewährleisten, dass die Nord/LB wieder eine auskömmliche Profitabilität erreicht. Der Immobilienfinanzierer gilt als Ertragsperle. Ebenfalls im Nord/LB-Konzern verbleiben soll die Braunschweigische Landessparkasse. Die ursprünglich vorgesehene Halbierung der Nord/LB-Bilanz auf 80 Mrd. Euro wird deshalb auch nicht ganz so drastisch ausfallen. Im Gespräch ist nunmehr ein Abschmelzen auf 90 Mrd. bis 95 Mrd. Euro. Um dieses Ziel zu erreichen, wird der geplante Komplettabbau des Schiffsportfolios von zuletzt noch weniger als 10 Mrd. Euro allerdings kaum ausreichen. Die Nord/LB wird deshalb auch in den meisten anderen Geschäftsfeldern auf Schrumpfkurs gehen müssen.
Zu den noch offenen Details des Rettungsplans gehören auch die Verhandlungen über eine mögliche Einbringung der faulen Schiffskredite in die bereits bestehende Abwicklungsbank der ehemaligen HSH Nordbank, die von den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein getragen wird. Ein Verkauf der faulen Kredite an Finanzinvestoren hat sich angesichts üppiger Abschläge als wenig vorteilhaft erwiesen.