Inzwischen steht fest, dass die Messe über Sieg und Niederlage im Kampf gegen das tückische Virus keineswegs gelesen ist. Es besteht sogar eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die in China am stärksten mit Einschränkungen des täglichen Lebens bekämpfte Pandemie gerade dort am längsten wüten und die Welt entsprechend wirtschaftlich lähmen wird. Gerade für die mit China besonders eng verzahnte deutsche Wirtschaft wäre das eine bitterböse Nachricht. Lieferkettenprobleme würden sich weit ins neue Jahr und vermutlich darüber hinaus fortsetzen. Ähnlich der Inflation werden sie, anders als erhofft, kein vorübergehendes Problem.

Die neue Bundesregierung traut dem Braten derweil ebenfalls nicht und hat ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft für 2022 kräftig von 4,1 auf 3,6% angepasst. Zusammen mit den Sorgen um steigende Zinsen zog dieser Cocktail unguter Nachrichten auch Aktien kräftig nach unten, während der Goldpreis steigt (s. S. 2).