CS-Integration als Klimarisiko
Belize und Barbados gehören wahrscheinlich nicht zu den nationalen Märkten, an die man bei möglichen Folgen des Credit Suisse-Debakels zuerst denkt.
Belize und Barbados gehören wahrscheinlich nicht zu den nationalen Märkten, an die man bei möglichen Folgen des Credit Suisse-Debakels zuerst denkt.
Die krisengeplagte Credit Suisse (s. S.1) ist aufgrund der Skandalwehen ein statistischer Ausreißer, und steht dennoch symptomatisch für etwas, das nun Lünendonk & Hossenfelder herausgefunden hat: Die Fluktuationsquote von Mitarbeitern in Deutschland wächst stetig.
Wie wir hören, wird Johann Christian von Wersebe nach über 16 Jahren bei Morgan Stanley der US-Bank den Rücken kehren. Demnach wechselt der bisherige Co-Head Investmentbanking von Morgan Stanley in Deutschland und Österreich zum 1.9. zu Perella Weinberg und soll dort Partner werden.
Der einheitliche Währungsraum hat die strukturellen Nachteile für Europas Banken gegenüber ihren US-Wettbewerbern nicht beseitigt. Der kleinteilige Wettbewerb vor allem in Deutschland ist für die Kunden zwar gut, drückt aber auf die Margen der Institute.
Investmentbanking, Strategieberatung und Private Equity sind weiterhin Magneten für High Potentials und karriereambitionierte Jungspunde. Um Berufsanwärtern zu helfen, ihr „Potenzial voll auszuschöpfen“, haben sich in den letzten Jahren immer wieder Angebote herausgebildet. Eines davon ist das Frankfurter Startup Pumpkincareers, das sich als Coaching-Anbieter versteht und entsprechende Preise verlangt.
Die größten französischen Banken fallen dieser Tage durch ihre soliden Zahlen aus dem zurückliegenden Geschäftsjahr auf. Das sind mit Blick auf die erwartete Konsolidierung im europäischen Bankensektor gute Neuigkeiten für die Institute. Denn wer seine Eigenkapitalbasis und Profitabilität stärkt, erhöht die Chancen, sich schwächere Konkurrenten einzuverleiben, statt selbst zum Übernahmeziel zu werden.
Nicht madig machen lassen wollte sich Vorstandschef Christian Sewing seine Botschaft, dass die starken Zahlen für 2022 ein klarer Beleg für die erfolgreiche Transformation der Deutschen Bank unter seiner Regie sind.
Die spanische Großbank Banco Santander hat 2022 ein ordentliches Ergebnis eingefahren. Trotz erhöhter Risikovorsorge erzielte sie 9,6 Mrd. Euro Gewinn (+18% z. Vj., EK-Rendite: 13,4%). Die Erlöse stiegen um 12% auf 52 Mrd. Euro. Die deutsche Tochter, die unter Santander Consumer Bank firmiert, ist eher unscheinbar unterwegs, allerdings in einigen Feldern aktiv. Insgesamt arbeiten in Deutschland über 4 300 Mitarbeiter, so eine Sprecherin, etwa 2 800 davon am Hauptsitz in Mönchengladbach. Die Zahl umfasst Beschäftigte von Santander Consumer Bank, Santander Consumer Operations und Santander Consumer Technology Services.
Da staunte manch einer nicht schlecht, als Berenberg diese Woche Zahlen für das Gj. 2022 präsentierte. Die Eigenkapitalrendite rauschte von sagenhaften 87,2% im Vj. auf 28,7% herunter (nein, kein Zahlendreher), was immer noch deutlich über Branchenschnitt liegt. 2020 und 2021 seien Ausnahmejahre gewesen (53,2% und 85,1%). 2018 kam das Institut auf eine EK-Rendite von 9,8%.
Wenn Christian Sewing und sein Vize und CFO, James von Moltke, kommenden Donnerstag (2.2.) die Geschäftszahlen der Deutschen Bank für 2022 mit Journalisten diskutieren, wird PLATOW besonders auf die Kosten-Planung des Duos achten. Umsatzseitig hat die DB geliefert (das im Juli 2019 ausgesprochene Ziel von 25 Mrd. Euro wird mit Sicherheit weit übertroffen) und auch die angepeilte EK-Rendite von 8% n. St. dürfte erreicht worden sein.
Mit der bislang auf das Corporate- und Investmentbanking ausgerichteten Citi gibt es eine US-Bank mehr, die hierzulande in den Wettbewerb um eine vermeintliche Goldgrube des Bankings einsteigt. Es geht um das Geschäft mit hochvermögenden Kunden (UHNWI), das Citi nun in den Blick nimmt, wie ein neues Video auf der LinkedIn-Seite der Citi Private Bank unterstreicht.
Der einstige Star am Investmentbanking-Himmel scheint zu sinken. Das nach der letzten Finanzkrise mühsam (wieder) erarbeitete Image des Unfehlbaren hat Goldman Sachs spätestens seit „Marcus“ verloren, einem als Robo Advisor gestarteten „Consumer Banking“-Rundumschlag, das mit der Reorganisation der Sparten Ende vergangenen Jahres aufgesplittet wurde.
Dass CEOs offen Fehler zugeben, kommt nicht alle Tage vor. JP Morgan-Chef Jamie Dimon hatte angesichts der Meldung über das gescheiterte Investment in das Fintech Frank allerdings kaum eine andere Wahl. Schließlich verklagt die US-Bank nun die 30-jährige Gründerin, da sie über Größe und Erfolg ihres Startups, u. a. Nutzerzahlen, gelogen haben soll. JP Morgan hatte 175 Millionen US-Dollar für Frank gezahlt.
Um den Jahreswechsel herum sind Beförderungen gerne willkommen, etwa um mit frischem Wind zu starten, getreu dem Motto: Neues Jahr, neue Herausforderung. So wird es auch bei Holger Knittel, bisheriger „Head of M&A“ für Deutschland bei der US-Bank Citi, sein, der just Ende Dezember zum Co-Leiter für die deutsche Investmentbanking-Einheit aufgestiegen ist.
Anfang des Jahres tönte die Hamburger Privatbank Berenberg noch von ihren Expansionsplänen im Investmentbanking, bis zu 100 Stellen wollte sie insgesamt im In- und Ausland aufbauen. Davon ist nichts mehr übrig.
Die „Rainmaker“, die viel Umsatz bringen und beste Kontakte in die Führungsetagen der Privatwirtschaft pflegen, waren unter Investmentbankern stets heiß begehrt. Bei Christian Kames scheint es sich um ein besonderes Exemplar der Sorte Wanderpokal zu handeln. Der doppelte Vice Chair (Investmentbanking DACH/EMEA Diversified Industries) von JP Morgan wechselt Anfang 2023 als Co-Leiter des Beratungsgeschäfts in der DACH-Region zum Konkurrenten Lazard.
Zum nahenden Ende seiner Dienstzeit zeichnet sich ab, dass HVB-Chef Michael Diederich mit einer Erfolgsbilanz im Gepäck geht. Im Q3 stieg der Gewinn der Unicredit-Tochter zum Vj.-Quartal um rd. 13% auf 256 Mio. Euro, wenngleich er zum Vorquartal deutlich einbrach (-37%). Das lag v. a. am schwächelnden Zinsergebnis (-9% ggü. Q2), das entgegen des Branchentrends nicht von den EZB-Leitzinserhöhungen profitiert hat. Das wiederum sei einem einmaligen Bereinigungseffekt aus dem TLTRO-Programm zuzuschreiben.
Für die UBS war das Q3 offenbar besser als es das Umfeld erwarten lässt. Wie zuletzt oft soll zwar das Investmentbanking analog zu den US-Häusern im Advisory, etwas weniger auch beim Trading, wegen steigender Zinsen und Rezessionssorgen unter die Räder gekommen sein. Die Eidgenossen schaffen es aber immer wieder, auch in stürmischen Zeiten zu performen.
Bei „Marcus“ handelt es sich nicht nur um einen gängigen Männernamen, sondern auch um das gescheiterte Projekt von Goldman Sachs (GS), im margenarmen Retailgeschäft der letzten Jahre mit einer digitalen Plattform Fuß zu fassen. Ende 2020 hatte der Ex-Chef der Einheit, Harit Talwar, große Töne von wachsenden Kundengeldern (über 100 Mrd. US-Dollar), Erreichen der Profitabilität bis 2022 und der Angebotsausweitung auf vermögende Kunden geschwungen. Ein Jahr später machte er die Biege (offiziell aus Altersgründen), zudem gingen zwei Produktchefs.
Die globalen Rezessionsängste machen auch vor den großen US-Banken nicht halt. Im dritten Quartal verbuchte JP Morgan zwar einen höheren Gewinn als von Analysten erwartet (EPS: 3,12 US-Dollar; Konsens: 2,88), das sonst so ertragreiche Investmentbanking ließ aber aufgrund der anhaltenden Marktflaute sowohl bei M&A-Deals als auch im Geschäft mit Börsengängen ordentlich Federn.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen