UBS – Luft wird dünn für Weber
Im Alleingang boxte Verwaltungsratspräsident Axel Weber den damaligen ING-Chef Ralph Hamers als Nachfolger von UBS-Lenker Sergio Ermotti durch. Jetzt droht ihm die Personalie auf die Füße zu fallen.
Im Alleingang boxte Verwaltungsratspräsident Axel Weber den damaligen ING-Chef Ralph Hamers als Nachfolger von UBS-Lenker Sergio Ermotti durch. Jetzt droht ihm die Personalie auf die Füße zu fallen.
Eine grundlegende Zinswende ist 2021 nicht zu erwarten. Daran wird auch der aktuelle Anstieg der Renditen für 10-jährige amerikanische Staatsanleihen auf wieder über 1% (zuletzt im März 2020) nichts ändern. Selbst wenn es noch ein weiteres Stückchen nach oben gehen sollte, wie etwa Berenberg und BNP Paribas mit 1,4% bis Jahresende prognostizieren, ist das noch immer keine Zinswende. Die Commerzbank geht nach einem vorübergehenden Anstieg auf 1,3% bis diesen Sommer sogar von einer rückläufigen Entwicklung der 10-jährigen US-Staatsanleihe bis Jahresende auf 0,8% aus.
Das Jahr 2020 wird in der Unternehmensgeschichte des noch jungen Insurtechs Clark einen ersten wichtigen Meilenstein markieren. Wer im Coronajahr sein Personal auf einen Schlag um über 100 auf mehr als 250 Mitarbeiter ausweitet und noch dazu im Ausland (Österreich) expandiert, hat offenbar alles gut im Griff.
Europas Bankenmarkt ist zersplittert. Um mit den weit davongezogenen US-Häusern mitzuhalten, sind grenzüberschreitende Zusammenschlüsse unumgänglich. Das sieht auch der designierte BdB-Präsident Christian Sewing (Deutsche Bank) so.
Im Versicherungsgeschäft drückt die Deutsche Bank mächtig auf die Tube. Nach der Erweiterung der elektronischen Maklertätigkeit und der Öffnung für über 80 Anbieter aus der Sachversicherung durch die kürzlich gestartete Kooperation mit dem digitalen Versicherungsmanager Friendsurance (s. PLATOW v. 12.10.), geht Deutschlands größtes Bankinstitut in der Zusammenarbeit mit der Versicherungsgruppe Talanx neue Wege und weitet die Zusammenarbeit aus.
Ausgerechnet im Corona-Jahr drückt das bereits 2006 gegründete Unternehmen Baufi24 so richtig auf die Tube. Die anfangs als reine Software-Anbieterin für Baufinanzierungen bekannte Hamburger Gesellschaft macht spätestens seit diesem Jahr mit ihrem Franchisemodell und vielen Geschäftsstellen auf sich aufmerksam. Auch eine Änderung der Rechtsform zu Jahresbeginn in eine AG ist mittlerweile abgeschlossen. Dort hält der Vorstand mit rd. 80% der Anteile die Mehrheit.
Die Zahlen, die die BayernLB am kommenden Donnerstag für die ersten neun Monate präsentieren wird, können sich im aktuellen Umfeld nicht nur im Vergleich mit anderen Landesbanken sehen lassen: Das Ergebnis vor Steuern wird nach unseren Informationen über 200 Mio. Euro landen (Vj. 433 Mio. Euro), die Kapitalquote über 15%. Zins- und Provisionsergebnis sind gegenüber dem Halbjahr stabil geblieben.
Mit der Mitgliederversammlung kommenden Mittwoch (28.10.)wählt die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance (FMF) auch einen neuen Präsidenten. Nachdem zuvor verschiedene Optionen für den durchaus zeitaufwändigen Posten durchgespielt wurden, wie u.a. ein im Ein- bzw. Zweijahresrhythmus zwischen den Säulen der Kreditwirtschaft und der Deutschen Börse rotierendes System, hat das Bankhaus Metzler nach unseren Informationen ihren phG und Partner Gerhard Wiesheu ins Rennen geschickt.
Der Umbau der Deutschen Bank im Privatkundengeschäft schreitet voran und hat in Teilen den Vertrieb erreicht. Jetzt öffnet sich das Institut, das gerade erst mit Karl von Rohr als Vize-Vorstandschef einen neuen Verantwortlichen für das gesamte Privatkundengeschäft des Konzerns erhalten hat, für über 80 Anbieter aus der Sachversicherung. Möglich wird das durch die jetzt gestartete Kooperation mit dem digitalen Versicherungsmanager Friendsurance.
Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie wichtig ein verlässlicher Hausbankenkreis für Unternehmen ist. Dass der deutsche Mittelstand die erste Welle der Corona-Krise bisher relativ gut überstanden hat, liegt nicht nur an den staatlichen Hilfsmaßnahmen, die in einer „sensationellen Geschwindigkeit“ bereitgestellt wurden, sondern auch an einer gut gemanagten Beratung durch die Hausbank, meint Oliver Haibt, Bereichsvorstand Vertrieb Unternehmerkunden bei der Commerzbank. In der Spitze mussten über 1 000 Kundenanfragen am Tag beantwortet werden.
Anleger in Deutschland haben in der Krise in den Sparmodus gewechselt. Gemeint ist weniger der Konsumverzicht als vielmehr das Raten-Sparen. Das hat zuletzt auch die verhältnismäßig gute Halbzeit-Absatzstatistik des Fondsverbands BVI gezeigt (s. PLATOW v. 19.8.).
Im Vergleich zur Helaba hat die BayernLB im Krisen-Halbjahr 2020 deutlich besser die Kurve gekriegt. Zwar haben beide Landesbanken in den ersten sechs Monaten eine operativ stabile Ertragskraft erzielt, der Helaba aber, die ihre Zahlen bereits am 13.8. veröffentlichte, haben die Verwerfungen an den Kapitalmärkten im Zuge der Corona-Pandemie deutlich stärker zugesetzt.
Eine Rückkehr an den gewohnten Arbeitsplatz ist für viele Arbeitnehmer, aber auch Arbeitgeber derzeit nicht denkbar. Corona hat die Arbeitswelt neu definiert und Vorteile sichtbar gemacht. Viele Unternehmen planen gar langfristig, sich von Büroimmobilien zu trennen.
Wohneigentum hat durch diese Krise noch einmal an Wertschätzung gewonnen. Dies hat uns nicht zuletzt ING-Vorstand Zeljko Kaurin für die Frankfurter Direktbank bestätigt (s. PLATOW v. 22.7.), die ein starkes 1. Hj. in der Baufinanzierung hingelegt hat.
Der Trend zu Indexfonds beschleunigt sich auch in Corona-Zeiten. Für den führenden europäischen Vermögensverwalter Amundi (mehrheitlich in den Händen der französischen Großbank Crédit Agricole) mit einem Gesamtvermögen von 1,5 Bio. Euro ist das ein guter Zeitpunkt für den Ausbau seines ETF-Geschäfts mit Privatkunden.
Direktbanken kommen offenbar relativ schadlos durch die Corona-Krise. Eine Vorreiterrolle spielt dabei die ING Deutschland. Haben es die Frankfurter im vergangenen Jahr doch geschafft, ihre seit Jahren andauernde agile Transformation in allen Geschäftsbereichen der Bank abzuschließen.
Wie berichtet (s. PLATOW v. 13.7.), hat die UBS im ersten Halbjahr trotz Corona mit einem Gewinn von 2,8 Mrd. US-Dollar (+12%) noch besser abgeschnitten als vor einem Jahr. Trotz einiger ungelöster Probleme übergibt CEO Sergio Ermotti im November dem schon Anfang September an Bord kommenden ING-Chef Ralph Hamers nach eigener Auffassung ein gut bestelltes Haus.
Längst ist in der Finanzindustrie klar, dass ESG kein kurzfristiger Trend im Investmentverhalten von Kapitalanlegern ist. Sustainable Finance ist gekommen, um zu bleiben. Nun wollen 16 Banken den Klimaschutz verstärkt in den Fokus ihrer Kreditvergabe und bei der Kapitalanlage rücken.
Noch am Mittwochabend haben Houlihan Lokey für Wirecard und FTI sowie Allen Overy auf Bankenseite über ein Restrukturierungskonzept für den Zahlungsdienstleister verhandelt. Der Insolvenzantrag am Donnerstag hat die Institute, die nun nicht mehr auf dem Driverseat sitzen, sondern sich wie alle Gläubiger hinten anstellen müssen, wie wir hören, kalt erwischt.
Mit Hochdruck arbeitet die von Wirecard engagierte Investmentbank Houlihan Lokey zusammen mit den Gläubigerbanken an einem Konzept, um den in einen gigantischen Bilanz-Skandal verwickelten Zahlungsverkehrsdienstleister finanziell zu stabilisieren. Die Zeit drängt.
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