DekaBank stapelt nach Allzeithoch für 2026 tief
Die Deka meldet Rekordwerte – und plant für 2026 trotzdem mit deutlich weniger Gewinn. Was hinter den Zahlen und dem überraschend pessimistischen Ausblick steckt

Die Berater der Sparkassen sind fleißig gewesen und die DekaBank dankt. 40,9 Mrd. Euro Gesamtvertriebsleistung verkündete Deka-Chef Georg Stocker auf der Jahrespressekonferenz am Dienstag. Das ist ein Plus von 40% im Vergleich zum Vorjahr und ein „all-time high“.
Das Privatkundengeschäft legte um ein Drittel auf 34,5 Mrd. Euro zu. 25 Mrd. Euro davon entfallen auf Retail-Kunden, 9,4 Mrd. Euro auf das Segment Private Banking & Wealth Management. Letzteres legte mit plus 65% besonders stark zu und erreicht einen Bestand von 68 Mrd. Euro. Das Asset-Management-Volumen stieg um 21% auf 63 Mrd. Euro. Auf Nachfrage betont die Deka, dass das Wachstum auf die reine „Netto-Vertriebsleistung“ zurückzuführen sei. Man habe keine Kunden „umgeschlüsselt“.
Insgesamt 8,8 Mio. Euro Wertpapiersparpläne verwaltete die Deka Ende 2025, 600.000 mehr als im Vorjahr. Innerhalb von zehn Jahren habe sich diese Zahl verdreifacht. Trotzdem sieht die Stocker noch Potenzial: Innerhalb der nächsten zwei oder drei Jahre will er die 10 Mio.-Marke knacken.
Brummender Fondsabsatz
Der Fondsabsatz trug mit 19 Mrd. Euro 66% mehr als im Vorjahr zu den 34,5 Mrd. Euro des Privatkundengeschäfts bei. Der ETF-Absatz erreichte mit 1,8 Mrd. Euro einen Höchststand. Beliebt waren auch Zertifikate mit einer Brutto-Vertriebsleistung (Privatkunden) von 15,6 Mrd. Euro (2024: 14,3 Mrd. Euro).
Auch im institutionellen Geschäft, das zuletzt noch als Problem-Sparte galt, hat die Vertriebsleistung gegenüber dem Vorjahr deutlich zugelegt. Sie hat sich auf 6,3 Mrd. Euro nahezu verdoppelt. Das ist vor allem auf die Verdoppelung im Fondsabsatz zurückzuführen: Der Nettovertrieb im Asset Management trug 5,5 Mrd. Euro (2024: 2,5 Mrd. Euro) bei, der Zertifikate-Vertrieb 879 Mio. Euro (2024: 665 Mio. Euro).
Und so dürfen sich auch die Sparkassen als Anteilseigner der Deka über ein „gutes wirtschaftliches Ergebnis von 963 Mio. Euro“ (+7,9%) freuen. Das lässt sowohl „Spielraum für Investitionen“ als auch für eine ordentliche Dividende in Höhe von 400 Mio. Euro, immerhin 100 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Die „bilanzielle Eigenkapitalrentabilität vor Steuern“ liegt mit 14,2% leicht über dem Vorjahr (13,9%). „Wir konnten damit unsere ursprüngliche Prognose deutlich übertreffen“, freut sich Daniel Kapffer, Finanzvorstand und COO der Deka.
Provisionsüberschuss bleibt wichtigste Triebfeder
Den größten Teil der Erträge (rund drei Viertel) machte, wie bei der Deka üblich, das Provisionsergebnis aus, das um 7% auf 1,8 Mrd. Euro zulegte. Das Investmentfondsgeschäft hatte mit 1,5 Mrd. Euro daran den größten Anteil. Das Zinsergebnis lag allerdings mit 420,9 Mio. Euro mehr als ein Fünftel unter dem Vorjahreswert (526,8 Mio. Euro). Kapffer führt dies auf die gesunkenen Zinsen zurück.
Insgesamt summierten sich die Erträge der Deka-Gruppe auf 2,42 Mrd. Euro (+9%). Dem stehen Aufwendungen von 1,46 Mrd. Euro (+10%) gegenüber. Gründe dafür seien das gestiegene Geschäftsvolumen, durch die Inflation gestiegene Personal- und Sachkosten sowie „Investitionen in das Geschäftsmodell“. Dahinter stecken unter anderem die neue Depotplattform für institutionelle Kunden und der bevorstehende Plattform-Umzug der Retail-Depots. Das Aufwands-Ertrags-Verhältnis liegt mit 59% zwar recht hoch, ist gegenüber dem Vorjahr (59,2%) aber stabil geblieben.
Zwischen Erwartungsmanagement und Pessimismus
Die Bilanzen der Sparkassen, die mit deutlich gesteigerten Wertpapierumsätzen und Provisionserlösen glänzten, waren ein Vorbote für die Absatzzahlen der Deka. S-Neo und das von der Bundesregierung angekündigte Altersvorsorgedepot würden eigentlich Zuversicht für 2026 vermuten lassen.
Doch Kapffer plant für 2026 nur mit einem wirtschaftlichen Ergebnis von „über 700 Mio. Euro“. Das wären 27,3% weniger als 2025. Wie passt das mit der Prognose der Deka zusammen, dass die wichtigsten Indizes trotz der aktuellen wirtschafts- und weltpolitischen Lage (Ukraine-Krieg und Iran-Krieg) 2026 seitwärts laufen werden, wollte PLATOW wissen.
Entscheidend sei, dass das Provisionsgeschäft voraussichtlich hinter das starke Vorjahr zurückfallen werde. Hinzu kämen steigende Investitionskosten, unter anderem durch den Umzug der Retail-Depots sowie die wachsende Risikovorsorge. Als externer Faktor komme das Zinsumfeld hinzu, begründet Kapffer seinen vorsichtigen Ausblick. Allerdings ließ der CFO anklingen, dass er auf der Bilanz-PK im kommenden Jahr hoffe, mit einer höheren Zahl für das wirtschaftliche Ergebnis aufwarten zu können als die angekündigten mehr als 700 Mio. Euro.