Transformation

Alltagsbank statt Payment: Klarna stärkt Deutschland-Geschäft

Mit Peer to Peer-Zahlungen baut Klarna sein Deutschland-Geschäft aus. Alltagsbank-Funktionen landen direkt in der App. Deutschlandchef Uwe Schenk signalisiert: Es ist erst der Anfang.

Maximilian Volz,
Klarna Deutschlandchef Uwe Schenk.
Klarna Deutschlandchef Uwe Schenk.

Klarna will hierzulande eher Sparkasse als PayPal-Klon sein. Das zeigt der Kurs des Deutschlandchefs Uwe Schenk, den er im Gespräch mit PLATOW skizziert. Klarna komme naturgemäß aus dem Bereich Zahlungsverkehr, so Schenk, habe sich aber „bewusst weiterentwickelt“ und ist nun eine „Digitalbank und Anbieter flexibler Zahlungen“. Der nächste Schritt: zur Alltagsbank der Deutschen werden.

Fragen zur Ausrichtung waren aufgekommen, weil Klarna in Deutschland kürzlich eine App-Funktion einführte, die stark an den US-Zahlungsdienstleister PayPal erinnert: Mit Peer to Peer-Zahlungen können Nutzer nun in 13 europäischen Ländern inklusive Deutschland untereinander Geld überweisen oder Rechnungen teilen. Ende letzten Jahres hatte das Unternehmen Angebote wie Abonnements und Cashbacks präsentiert, die es vermeintlich in Richtung Premium-Kundensegment rückten.

Breit aufgestellt

Schenk stellt klar: „Klarna ist bewusst breit positioniert und keine Nischenbank für eine bestimmte Einkommensgruppe.“ Die neuen Peer to Peer-Zahlungen erweitern die Nutzungsmöglichkeiten, erleichtern nicht nur kleine Transfers, sondern integrieren Klarna stärker in den Alltag der Kunden – vom Teilen von Rechnungen bis zum unkomplizierten Geld verschenken. Den Einwand, PayPal zu kopieren, verneint er tunlichst: Zwar existiere ein Markt mit etablierten Anbietern, der eigene Fokus liege aber nicht auf dem direkten Feature-Vergleich.

Weiter Weg zur Alltagsbank

Die neue Funktion passt in Schenks Konzept, Banking „einfacher, fairer und nachvollziehbarer“ zu machen. Dazu gehört ein funktionierendes Kartengeschäft. So hatte Klarna jüngst auch in Deutschland eine Debitkarte eingeführt. Global laufen bereits bis zu 15% aller Klarna-Transaktionen über die Karte, Länderzahlen hierzu werden unter Verschluss gehalten. Damit deutet sich an, dass Klarna Schritt für Schritt dem Ziel einer Alltagsbank näherkommt, auch wenn der Weg zur Primärbank längst nicht abgeschlossen ist.

Im Vergleich zu Revolut, das in Deutschland ein breites Angebot an Investment-, Spar- und Budget-Tools sowie umfangreiche Zusatzservices bietet, konzentriert sich Klarna bislang auf Payments, Wallet-Funktionen und grundlegende Bankprodukte. Die neuen P2P-Zahlungen sind der jüngste Schritt zu einem umfassenderen Finanzangebot. Schenk signalisiert im Gespräch, dass weitere Angebote in diesem Bereich folgen werden.

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