Baader Bank überrascht – Gewinn verachtfacht, aber 2025 mit Fragezeichen

Mit einem Ergebnis von 40 Mio. Euro (Vj. 4,0 Mio.) hat die Baader Bank ihre im September nach oben angepasste Prognose von 25 bis 32 Mio. Euro übertroffen. Das Ergebnis pro Aktie hat sich verachtfacht (0,48 gegenüber 0,06 Euro) und die Gesamterträge stiegen auf 248 Mio. Euro (2023: 171 Mio. Euro). Die gesteigerte Bilanzsumme beträgt nun 4,8 Mrd. Euro und das Eigenkapital 189 Mio. Euro.
Vielleicht am wichtigsten: Die Bank verzeichnete Zuwächse im Konto- und Depotgeschäft mit über 430.000 neuen Depots und einem verwalteten Kundenvermögen von rd. 47 Mrd. Euro. Die Zuwächse im Jahr 2024 bezeichnet die Bank als „solide Basis für weiteres Wachstum“. Auch das neue IT-Programm „Road to Future“ spielt dabei wohl eine Rolle. Damit wollen die Unterschleißheimer eine „hochskalierbare und reibungslose Kernbankenplattform“ einführen und diese weiter Dritten zur Verfügung stellen.
„In den letzten Jahren haben wir unsere Plattform konsequent auf zukünftiges Wachstum im Wertpapier- und Brokeragebereich ausgerichtet und dabei kontinuierlich in Innovationen investiert“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Nico Baader. Das immer mehr Menschen ihre Geldgeschäfte in die eigene Hand nehmen, wie die Wachstumszahlen von Neo-Brokern nahelegen, dürfte der Baader Bank also in die Hände spielen. Es bleibt aber abzuwarten, wie „Baader“ damit umgeht, wenn andere Kunden dem Beispiel von Scalabel Capital folgen und die von den Bayern bereitgestellten IT- Leistungen selbst in die Hand nehmen. Spätestens die Zahlen von 2025 werden diese Geschichte erzählen.