Die von US-Präsident Donald Trump verordnete radikale Kappung der Förderung von Solar- und Windenergieprojekten hat für die BayWa-Tochter (51%) BayWa r.e. offenbar noch dramatischere Folgen als bislang bekannt. Bereits im Oktober sah sich der börsennotierte Agrarkonzern genötigt, aufgrund der verschärften Probleme bei der Erneuerbare Energien-Tochter seine Gewinnprognose für 2025 zu kassieren. Genaue Zahlen zu den erwarteten Belastungen bei der BayWa r.e. liegen zwar immer noch nicht vor, nach Informationen des „Manager Magazins“ könnten sie sich jedoch auf mehr als 1 Mrd. Euro summieren.

„Vorsorgliche“ Gespräche mit Banken

Der Verkauf der ebenfalls in einer tiefgreifenden Sanierung steckenden BayWa r.e. gilt als zentraler Baustein für den Abbau des gewaltigen Schuldenbergs der BayWa. In den vergangenen 12 Monaten musste die BayWa r.e. bereits fünfmal ihre Prognosen nach unten korrigieren. Eine drastische Abwertung der BayWa r.e.-Beteiligung könnte denn auch das bisherige Sanierungskonzept gefährden.

Der BayWa-Vorstand hat deshalb nach eigenen Angaben „vorsorglich“ Gespräche mit den wichtigsten Gläubigerbanken, darunter DZ Bank und HVB, sowie den Hauptaktionären aufgenommen, um die Refinanzierungsfähigkeit des Konzerns am Ende des Sanierungszeitraums sicherzustellen. Spekuliert wird dabei über einen möglichen Schuldenschnitt und einen sogenannten Rangrücktritt. Auch eine Verlängerung des ursprünglich bis 2028 geplanten Sanierungszeitraums soll im Gespräch sein.

Klarheit erst in fünf bis zehn Tagen

Offensichtlich werden hier von interessierter Seite bereits Pflöcke eingeschlagen, vermutet ein Insider. Denn noch sei völlig unklar, wie sich die Gläubigerbanken positionieren werden und welche Opfer die über die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG an der BayWa beteiligten bayerischen Genossenschaftsbanken dann möglicherweise bringen müssen. Sicher sei bislang lediglich, dass noch etwas kommen werde, heißt es.

Voraussichtlich erst in fünf bis zehn Tagen werde mehr Klarheit über die tatsächliche Situation bei der BayWa r.e. und die notwendigen Gegenmaßnahmen herrschen. Aktuell sei bei der BayWa jedenfalls kein Liquiditätsengpass zu erkennen. Auch das operative Kerngeschäft rund um den Agrarhandel laufe nach den Vorgaben des Sanierungsplans und sei profitabel.