Nicht jeder verbindet die DZ Bank auf Anhieb mit Private Banking. Dabei kann es die Privatbanktochter des genossenschaftlichen Spitzeninstituts im Hinblick auf die Größe der bei ihr gepoolten Vermögensverwaltung durchaus mit der Commerzbank aufnehmen. Am kommenden Dienstag (3. März) legt die Konzernmutter ihre Zahlen für 2025 vor, in denen auch die Tochter enthalten ist. Vertriebsvorstand Arasch Charifi verrät gegenüber PLATOW schon mal vorab, dass es deutliche Zuflüsse bei den Neugeldern gab. Die DZ Privatbank habe einen deutlichen „Neugeldzuwachs mit fast 50 Mio. Euro pro Woche im Jahr 2025“ verzeichnet. Sprich: Deutlich über 2 Mrd. Euro im Gesamtjahr. 2024 waren es rund eine Mrd. Euro, also etwa 20 Mio. pro Woche. Diese gute  Entwicklung habe sich „2026 nochmals beschleunigt“.

Personalaufbau auch 2026 geplant

Das Neugeld kommt überwiegend aus der Zusammenarbeit mit den Volks- und Raiffeisenbanken. Dabei liefert die Bank nach eigenen Angaben bei der Performance ebenfalls. „Wir gehören mit der Performance unserer ausgewogenen Vermögensverwaltung im Jahr 2025 zu den besten zehn Prozent in unserer Vergleichsgruppe.“ Charifi führt die Zuwächse neben der Performance auch auf den Investmentprozess zurück, der noch transparenter gestaltet worden sei. „Wir kommunizieren unsere Markteingriffe, erläutern die Entscheidungsgrundlagen und zeigen, wie unsere Risikomodelle funktionieren. Auch mit weniger erfolgreichen Entscheidungen gehen wir offen um.“

Beides zusammen – Zuflüsse und Performance – trugen zum Wachstum bei. Das fordert auch die Organisation. Im Private Banking und im Portfoliomanagement müsse sie mitwachsen, um die hohen Service-Standards zu halten, erläutert Charifi. „Daher haben wir im vergangenen Jahr unser Team deutlich verstärkt und planen auch 2026 weiteres Personalwachstum.“

Flossbach-Abgang belastet das Fondsgeschäft

Das Jahresergebnis am Dienstag steht unter einem besonderen Vorzeichen. Neben dem Private Banking zählt das Fondsdienstleistungsgeschäft zu den wichtigsten Segmenten – Verwahrung und Administration von Fonds für externe Asset Manager. Dort klafft seit Ende 2024 eine empfindliche Lücke. Flossbach von Storch, Deutschlands größter unabhängiger Asset Manager, schied als Kunde aus und nahm ein Fondsvolumen von über 50 Mrd. Euro mit. Damit verlor das Asset Servicing seinen mutmaßlich wichtigsten Kunden. 2025 ist das erste volle Geschäftsjahr, in dem dieser Abgang in den Büchern steckt. Wie stark er durchschlägt, zeigt sich am Dienstag.

Das Private Banking ist zumindest gewachsen – und soll noch sichtbarer werden. „Die DZ Privatbank verwaltet im Private Banking ein bedeutendes Vermögen, davon über 60% in reinen Vermögensverwaltungsmandaten – mehr als mancher prominentere Wettbewerber“, sagt Charifi. „Dies gilt es auch in der öffentlichen Wahrnehmung weiter zu verstetigen und auszubauen.“ Konkret heißt das: Die Vermögensverwaltung soll in den Volksbanken künftig genauso selbstverständlich empfohlen werden wie Fonds oder Zertifikate. Ob das gelingt, entscheidet sich nicht in Frankfurt – sondern in den Volksbanken vor Ort.