FlatexDegiro – Auf der Pirsch nach Übernahmezielen
Nach dem Rekordgewinn 2025 hat FlatexDegiro wieder volle Taschen, um sich nach Zukäufen umzusehen und die Dividende zu erhöhen. Nur der Aktienkurs läuft nicht rund. Wie CEO Behrens dagegenhält.

Nach dem Rekordjahr 2025 verspürt der Online-Broker neuen Übernahme-Appetit. Seit der Akquisition von Degiro 2021 habe sich FlatexDegiro nur wenige Übernahmegelegenheiten angeschaut. „Das hat sich jetzt geändert“, so CFO Benon Janos auf der Bilanz-PK in Frankfurt. Angedeutet hatte sich das bereits Anfang September, als Vorstandschef Oliver Behrens bei seinem Auftritt im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW) durchblicken ließ, dass er „ein paar hundert Millionen“ für etwaige Übernahmen auf die Seite gelegt habe, aber „nicht aktiv“ auf der Suche sei.
Mittlerweile klingt das auch bei Behrens schon deutlich offensiver. Organisches Wachstum bleibe zwar „oberste Priorität“, dies könne aber auch ein „Wachstum über das heutige Produkt- und Dienstleistungsangebot hinaus beinhalten“. Deshalb wolle FlatexDegiro „genügend Finanzkraft“ bewahren, um bei sich bietenden Akquisitionschancen „schnell agieren zu können“. Im Blick haben die Frankfurter dabei Zielobjekte in ganz Europa. Gleichwohl ließ Behrens Eingeständnis aufhorchen, FlatexDegiro habe den deutschen Markt in den letzten Jahren „etwas vernachlässigt“ und werde sich deshalb 2026 verstärkt auf Deutschland fokussieren. Dazu passt, dass Behrens neue Übernahmechancen erwartet, wenn ab Juni auch in Deutschland das „Payment for Orderflow“-Verbot gilt.
Dividende mehr als versiebenfacht
An finanzieller Feuerkraft scheint es FlatexDegiro jedenfalls nicht zu mangeln. Beflügelt von einer regen Handelsaktivität an den volatilen Börsen und einem weiterhin starken Neukundenwachstum (+13% auf 3,5 Mio.) erreichte der Online-Broker 2025 mit einem Nettogewinn von 160 Mio. Euro (+29%) den oberen Rand der zweimal nach oben korrigierten Gewinnprognose von 150 Mio. bis 160 Mio. Euro. Getragen wurde der Gewinnanstieg vor allem von den Provisionserträgen, die um 31% zulegten, einem geringer als erwartet ausgefallenen Rückgang der Zinserträge (-4%) sowie einem nur leichten Anstieg der Kosten um 2,5%.
Davon sollen auch die Aktionäre profitieren. Die Dividende soll sich von 4 Cent auf 30 Cent je Aktie mehr als versiebenfachen. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von 20%, die auch künftig angestrebt wird. Für 2025 erwartet Janos einen weiteren Gewinnanstieg um 5 bis 15% auf 168 Mio. bis 184 Mio. Euro sowie ein Umsatzwachstum um 5 bis 10% auf 588 Mio. bis 616 Mio. Euro nach dem Rekordwert von 560 Mio. Euro (+17%) im Vorjahr.
„Nicht durch KI bedroht“
Den seit Anfang Februar anhaltenden Kursrutsch der FlatexDegiro-Aktie führt Behrens darauf zurück, dass an der Börse mittlerweile auch Finanzdienstleister als potenzielle KI-Verlierer gehandelt werden. Behrens bemühte sich denn auch, diese Sorge zumindest mit Blick auf FlatexDegiro zu zerstreuen. Als reine Execution-only-Plattform sei keiner der FlatexDegiro-Geschäftsbereiche durch KI bedroht, stellte Behrens fest. Die Börse scheint das bislang aber noch anders zu sehen.