FlatexDegiro vs. Trade Republic – Kampf um die Spitze
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FlatexDegiro-CEO Oliver Behrens hat viel vor: Die Umwandlung von einer AG in eine SE, den Ausbau der Plattformen und vor allem die Umsetzung eines ambitionierten Wachstumsplans. Nachdem das Konzernergebnis im vergangenen Jahr um 55% auf 112 Mio. Euro zugelegt hat, soll der Gewinn nun um jährlich ungefähr 20% wachsen und folglich im Jahr 2027 bei rd. 200 Mio. Euro liegen. Dazu soll die Zahl der Kundenkonten, die 2024 um 14% auf 3,1 Mio. zunahm, weiter steigen. Noch wichtiger ist jedoch die Steigerung der Einzeltransaktionen, denn rd. 1,5 Mio. Kundenkonten liegen brach. Die Handelsaktivität bewegt sich nach einem von der US-Wahl beflügelten Aktienmarkt seitwärts.
Kunden sollen unter anderem mit mehr Kryptohandel gelockt werden. Bereits seit Dezember können in Deutschland Kryptoassets wie Bitcoin gehandelt werden. Das soll laut Behrens „in mehreren Schritten auf alle Märkte der Eurozone ausgeweitet werden“. Der erste Schritt wird Österreich im zweiten Quartal sein. Ein weiteres Wachstumsfeld sollen Bankdienstleistungen für Dritte sein, etwa im Einlagengeschäft. Derzeit ist dieser Bereich mit zwei Kunden ausbaufähig. Behrens zeigt sich optimistisch, den Bereich deutlich auszubauen.
Mit diesen Maßnahmen will FlatexDegiro seine Wachstumsziele erreichen, trotz höherer Personalkosten und geringerer Zinserträge, die laut Behrens einen „mittleren Millionenbetrag“ kosten. Einfach wird das nicht: Konkurrent Trade Republic hat 8 Mio. Konten statt lediglich 3,1 Mio., verwaltet per Jahresende mit rd. 100 Mrd. Euro ein höheres Kundenvermögen als FlatexDegiro mit 71,5 Mrd. Euro, und ist in 17 statt in 16 Ländern aktiv. Behrens muss sich im umkämpften europäischen Markt etwas einfallen lassen, um für FlatexDegiro das Ziel zu erreichen, die „führende europäische Investmentplattform für Vermögensaufbau“ zu sein.