Helaba – Aareal wäre Wette auf Erholung des US-Immobilienmarkts
Die Helaba hat die Angel nach der Aareal Bank ausgeworfen. Damit würde die Helaba im Immobiliengeschäft zur LBBW und BayernLB aufschließen. Doch der Deal birgt Risiken.

Schon seit bald einem Jahr lauert Helaba-Chef Thomas Groß auf Zukaufsgelegenheiten. Jetzt scheint er mit dem Immobilienfinanzierer Aareal Bank einen dicken Fisch an der Angel zu haben, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Bestätigen wollen das aber weder die Helaba noch die Aareal. Zu groß ist offensichtlich das Risiko, dass der Deal noch scheitert. Eine Entscheidung soll noch weit entfernt sein. Schon beim Buhlen um die Berlin Hyp hatte Groß das Nachsehen. Den Zuschlag erhielt die LBBW, die damit ihr Immobilien-Portfolio auf 63 Mrd. Euro verdoppelte. In ähnlichen Sphären schwebt auch die BayernLB mit 66 Mrd. Euro.
Mit einer möglichen Übernahme der Aareal (33 Mrd. Euro) würde die Helaba ihr zuletzt geschrumpftes Gewerbeimmobilien-Portfolio (34 Mrd. Euro) auf 67 Mrd. Euro nahezu verdoppeln. Damit kämen die Frankfurter zumindest im Immobiliengeschäft endlich auf Augenhöhe mit den Landesbank-Rivalen im Süden. Auf 17 Mrd. Euro verdoppeln würde sich allerdings auch das Helaba-Engagement auf dem US-Immobilienmarkt. Dabei gilt die Krise insbesondere auf dem US-Büromarkt noch immer als nicht ausgestanden. Die Pfandbriefbank hat deshalb erst kürzlich entschieden, sich vollständig aus dem US-Geschäft zurückzuziehen.
Zum Vergleich: Die BayernLB ist auf dem US-Immobilienmarkt mit lediglich 2,4 Mrd. Euro engagiert, davon weniger als 1 Mrd. Euro in Büros. Der drastische Anstieg des ohnehin schon hohen US-Exposures dürfte in den eher risikoscheuen Helaba-Gremien denn auch für einige Diskussionen sorgen. Die Aareal ist in den USA vor allem mit Finanzierungen für Büros und Hotels aktiv.
Ein anderer Knackpunkt ist der Kaufpreis, über den derzeit nur spekuliert werden kann. Die Finanzinvestoren Advent und Centerbridge sowie der kanadische Pensionsfonds CPIB hatten die Aareal inklusive der IT-Tochter Aareon 2023 für rund 2 Mrd. Euro übernommen. Mit der Mega-Ausschüttung von 1,9 Mrd. Euro aus dem Aareon-Verkauf (2 Mrd. Euro Verkaufserlös) haben die Aareal-Eigentümer ihren Einsatz bereits fast komplett wieder hereingeholt. Jetzt geht es für die Investoren nur noch darum, den Deal mit einem Verkauf der Aareal zu vergolden, zumal die Aufsicht weitere Ausschüttungen eher kritisch sehen dürfte. Für die Berlin Hyp soll die LBBW mehr als 1 Mrd. Euro bezahlt haben.