Die LBBW hat ihrem ausgeschiedenen Vorstand Thorsten Schönenberger im vergangenen Jahr offenbar einen Millionenbetrag bezahlt. Zuvor hatte die Landesbank die Berlin Hyp übernommen und integriert, den Bankchef Sascha Klaus als Immobilienfachmann in den Vorstand geholt und dann den alten Ressortverantwortlichen Schönenberger zur Tür begleitet. Diese Operation, angekündigt im Juli 2025, ließ sich die größte deutsche Landesbank 2,26 Mio. Euro Abfindungszahlung an Schönenberger kosten. Dies lässt sich aus dem Vergütungsbericht für 2025 ableiten.

Zwar nennt der Bericht keine Namen. Doch entfällt die Abfindung im Vorstand auf nur eine Person. Neben Schönenberger gibt es niemanden, der im vergangenen Jahr die oberste Führungsriege verließ. Der Bericht offenbart noch mehr: Inklusive Abfindung und regulärer Vergütung erhielt eine Person im Konzern eine Vergütung zwischen 3 und 3,5 Mio. Euro. Schönenberger wäre hierfür ein naheliegender Kandidat. Die LBBW äußert sich nicht dazu.

Die hohe Abschiedsprämie erklärt auch den Anstieg der Vergütung für den achtköpfigen Vorstand insgesamt: Im Berichtsjahr kletterte der Wert um 2,1 Mio. Euro auf 14,1 Mio. Euro. Für das Jahr 2024 war keine Abfindung im Vorstand vermerkt worden. Allerdings hatte die Bank in früheren Jahren schon mal Millionensummen für den Abschied von Vorständen oder Geschäftsführern reserviert.

„Auf eigenen Wunsch“

Die LBBW fand im vergangenen Jahr positive Worte: Schönenberger habe seine Aufgaben nach acht Jahren im Vorstand „auf eigenen Wunsch“ niedergelegt, um sich „neuen Herausforderungen zu widmen“. Das sonst übliche „gegenseitige Einvernehmen“, womit ein vorzeitiger, aber per Abfindung versüßter Abgang bemäntelt wird, fehlt in der Mitteilung.

Allerdings fehlt auch in der Danksagung von Konzernchef Reiner Neske ein Wort des Bedauerns. Zwischen den Zeilen wird somit deutlich, dass die Bank und nicht Schönenberger den Abschied angestoßen hat.

Auch Helaba versüßt Abgänge

Auch die Helaba zahlte im vergangenen Jahr Abfindungen an scheidende Vorstände oder Geschäftsführer aus. Der Vergütungsbericht schlüsselt zwei Abfindungen auf Ebene des Vorstands und der Geschäftsführer der Tochtergesellschaften auf – auch hier ohne Namen. Die Höhe der Abfindung ist hier, anders als bei der LBBW, ebenfalls nicht vermerkt.

Auffällig sind aber zwei Abgänge: Christian Rhino, Bankvorstand, CIO und COO, schied vorzeitig zum Jahresende 2024 aus, während Jürgen Wiedmann, damals Mitglied der Geschäftsführung der Fondstochter Helaba Invest, im März 2025 die Segel strich. Beide Manager gingen „auf eigenen Wunsch und im besten gegenseitigen Einvernehmen“, wie es damals hieß. Auch die „neuen beruflichen Herausforderungen“, eine weitere Floskel, sind in beiden Fällen notiert. Die Heleba äußert sich auf Nachfrage nicht dazu, ob die beiden Manager eine Abfindung erhalten haben.

Rhino ist heute CIO der Private Bank der Deutschen Bank, während Wiedmann als Unternehmensberater auftritt. Über den ehemaligen LBBW-Vorstand Schönenberger ist derweil wenig bekannt.