N26 – Warum CFO Schwierholz gehen muss
Das Vorstandskarussell bei N26 dreht sich weiter. Ende August verlässt auch CFO Arnd Schwierholz die Berliner Neobank. Das sind die Hintergründe.

Weg von der oft chaotischen Start-up-Mentalität, hin zu einer professionell geführten Bank mit starkem Fokus auf Technologie. Diesen einschneidenden Kulturwandel treibt der seit April amtierende N26-Chef Mike Dargan mit einer weiteren Veränderung im obersten Führungsgremium voran. Der seit Februar 2023 als CFO fungierende Arnd Schwierholz wird die Berliner Neobank Ende August verlassen, um sich dem „nächsten Kapitel“ zu widmen, wie es in der offiziellen Mitteilung heißt. Als einer der letzten Top-Manager aus der von den beiden Gründern und Ex-Vorstandschefs Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal geprägten Start-up-Ära passt Schwierholz nicht mehr zu Dargans neuem Kurs. Auch Schwierholz soll sich in dem neuen Umfeld nicht mehr wohlgefühlt haben.
Nachfolger bereits an der Angel
Intern hat sich der Abgang von Schwierholz abgezeichnet. Nach unseren Informationen soll Schwierholz schon einen neuen Job, offensichtlich mit mehr Start-up-Flair, gefunden haben. Auch der von Aufsichtsratschef Andreas Dombret moderierte Nachfolgeprozess soll weit fortgeschritten sein. Bei den Gesprächen mit dem auserkorenen Kandidaten soll es nur noch um einige Vertragsdetails gehen, heißt es.
Bis zum Amtsantritt des neuen CFO übernimmt Chief Operating Officer Aytac Aydin das Finanzressort interimistisch. Auch diese Personalie zeigt, wie schnell sich das Führungskarussell bei N26 zuletzt gedreht hat. Aydin ist erst seit zwei Wochen an Bord. Risikovorstand Jochen Klöppner ist seit Dezember 2025 im Amt. Zudem rotieren führende Rollen neben dem Vorstand: Chief Technology Officer Gino Cordt und Chief Growth and Marketing Officer Timo Meyer, beide seit rund elf Jahren dabei, gehen zum Jahresende. Cordts Nachfolger Marcin Pakulnicki startet im September, Meyers Nachfolgerin Nathalie Picquot im Oktober.
Verstärkter Fokus auf Europa
Mit seinem runderneuerten Führungsteam muss Dargan neben dem Kulturwandel nun vor allem zwei Themen bearbeiten. Er muss die Auflagen der Bafin zügig abarbeiten und die Frage beantworten, wie er trotz knappem Eigenkapital N26 auf einen nachhaltig profitablen Wachstumskurs führen will, damit der Abstand zu Platzhirsch Revolut nicht noch größer wird.
Mit auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse speziell zugeschnittenen Angeboten will der N26-Chef das Wachstum in den vier Kernmärkten Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien vorantreiben. Um sich vor Ort selbst ein Bild zu machen, hat sich Dargan zuletzt häufig in den drei Ländern außerhalb Deutschlands aufgehalten.