Paukenschlag bei Berenberg – Was dahinter steckt
Kurz vor Jahresschluss dreht bei Berenberg das Personalkarussell auf Hochtouren. Dabei kommt ein Top-Manager unter die Räder, während ein Youngster eine Blitz-Karriere macht.

Als Klaus Naeve Anfang des Jahres in die erweiterte Geschäftsleitung aufrückte, galt der Leiter des Wealth and Asset Managements als der neue aufstrebende Stern im Berenberg-Universum. Sogar der Aufstieg in den Partnerkreis wurde ihm zugetraut. Doch daraus wird nun nichts. Wie die Privatbank mitteilt, wird Naeves Beritt mit dem Bereich „Corporate“ zum neuen Zentralbereich „Corporate, Wealth and Asset Management“ zusammengelegt, der von Frederik Gottlob geleitet werden soll. Offiziell begründet Berenberg die neue Struktur mit einer engeren Verzahnung der zwei Bereiche, um die sich teilweise überlappenden Kundengruppen besser aus einer Hand mit Bankdienstleistungen und Produkten zu versorgen sowie das Geschäft auszubauen.
Den eigentlichen Hammer verkündet das Institut indes fast nebenbei erst im letzten Absatz der Mitteilung. „Im Zusammenhang mit der Neustrukturierung“, heißt es dort, wird Naeve die Bank verlassen, „um sich eine neue Herausforderung zu suchen“. Dass die Trennung einigermaßen überraschend kam und wohl auch nicht ganz freiwillig war, deutet auch die Berufung Gottlobs zum Leiter des neuen Zentralbereichs an.
Youngster mit Blitz-Karriere
Erst kürzlich wurde Gottlob mit Wirkung zum 1.1.2026 zum Leiter des Corporate Bankings berufen. Noch bevor er diesen neuen Posten überhaupt angetreten hat, steigt er zu diesem Termin gleich eine Etage höher ein und wird zudem Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung. Für den erst 34 Jahre jungen Gottlob ist das ein erstaunlicher Turbo-Karriereschritt, der aber gut ins Konzept von phG Hendrik Riehmer passt, der dafür bekannt ist, junge Manager schon früh mit großer Verantwortung zu betrauen.
Zu den Gewinnern des aktuellen Umbaus zählen auch Investment Banking-Chefin Laura Janssens, die in die erweiterte Geschäftsleitung aufsteigt, und Sven Friske. Der im April von Julius Bär als neuer Leiter der Frankfurter Wealth Management-Aktivitäten zu Berenberg gekommene Friske soll künftig die Verantwortung für das gesamte deutsche Wealth Management übernehmen. Zur Zukunft des bisherigen Posteninhabers Dennis Hummelmeier schweigt sich Berenberg noch aus. Es wird jedoch erwartet, dass auch er die Bank verlassen wird.
Schwache Performance im Asset Management
Zum Verhängnis dürfte Naeve die seit geraumer Zeit schlechte Performance im Asset Management geworden sein. Anfang September musste der Leiter des Portfoliomanagements, Matthias Born, die Bank verlassen. Der im Zuge der Neuausrichtung des Portfoliomanagements zum Leiter des neu geschaffenen Chief Investment Office berufene Bernd Meyer verließ schon nach wenigen Wochen seinen Posten.
Offensichtlich hat Riehmer, der sich die Probleme im Asset Management lange angeschaut hatte, jetzt endgültig die Geduld verloren und versucht mit der Neustrukturierung den Befreiungsschlag. Mit der Neubesetzung von Schlüsselpositionen dürfte sich Riehmer einen besseren Durchgriff verschaffen, um insbesondere in der Problem-Sparte Asset Management aufzuräumen.