Banken

Pfandbriefbank – Wolf streichelt geschundene Aktionärsseelen

pbb-Chef Kai Wolf hat geliefert. Die pbb zahlt wieder Dividende und will Aktien zurückkaufen. Der Vorsteuergewinn stieg um 15%. Geholfen hat dabei vor allem ein Bilanzposten.

von Frank Mahlmeister,
Logo der Deutschen Pfandbriefbank
Logo der Deutschen Pfandbriefbank © AdobeStock

Der seit gut einem Jahr amtierende Vorstandschef Kay Wolf weiß, was er seinen gebeutelten Aktionären schuldig ist. Auf der Bilanz-PK in Frankfurt kündigte der Lenker der pbb Deutsche Pfandbriefbank die Wiederaufnahme der Dividende (0,15 Euro) sowie ein Aktienrückkaufprogramm an. Mit den erstmaligen Rückkäufen, die mit 15 Mio. Euro allerdings recht überschaubar ausfallen, will Wolf offensichtlich verstärkt angelsächsische institutionelle Investoren ansprechen. Auf dem Höhepunkt der US-Gewerbeimmobilienkrise erlitt die pbb einen heftigen Vertrauensverlust, der Aktienkurs und Gewinn einbrechen ließ. Als eine seiner ersten Amtshandlungen strich Wolf auch noch die Dividende für 2023.

„Wir haben geliefert, was wir angekündigt haben“, lautete denn auch Wolfs Botschaft auf der diesjährigen Bilanz-PK. Trotz des Rückgangs im Neugeschäft um fast 30% auf 5,1 Mrd. Euro und fast 10% geringerer operativer Erträge (544 Mio. Euro), die im Vorjahr allerdings von Rückstellungsauflösungen von 55 Mio. Euro profitierten, konnte die pbb 2024 ihr Vorsteuerergebnis um mehr als 15% auf 104 Mio. Euro steigern.

Dabei half dem pbb-Chef jedoch auch die Stabilisierung des Gewerbeimmobilienmarkts, die neben einer verbesserten Qualität des geschrumpften Kreditportfolios eine deutlich geringere Risikovorsorge (-20% auf 170 Mio. Euro) ermöglichte. Das für die US-Risiken gebildete Management Overlay in Höhe von 31 Mio. Euro konnte vollständig aufgelöst werden. Zudem profitierte die pbb trotz zusätzlicher Investitionen in den IT-Umbau und die Digitalisierung von einer um 4% auf 266 Mio. Euro gesunkenen Kostenbasis.

Mit Blick auf die weitere Entwicklung der Immobilienmärkte erwartet Wolf im laufenden Jahr nur eine „zögerliche“ Erholung. Die Gewerbeimmobilienmärkte hätten sich zwar zuletzt stabiler gezeigt, allerdings noch auf niedrigem Niveau. Auch bei den Transaktionsvolumina seien keine großen Sprünge zu erwarten. Dennoch will Wolf beim Neugeschäft 2025 wieder Gas geben und ein Volumen von 6,5 Mrd. bis 7,5 Mrd. Euro einfahren. Für 2025 stellt Wolf erneut eine „deutliche“ Steigerung des Gewinns vor Steuern in Aussicht. Dabei baut er vor allem auf eine weitere Absenkung der Risikovorsorge. Die erwarteten Kostensenkungen aus der abgeschlossenen IT-Umstellung will Wolf in den Ausbau der neuen Asset Management-Aktivitäten stecken.

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