Leugnen und einschüchtern sind offensichtlich die Methoden von Achim Brunner, um missliebige Berichterstattung über die Probleme im Immobiliengeschäft seines Hauses zu unterdrücken. Dabei schreckte der Vorstandschef der Raiffeisenbank im Hochtaunus auch nicht davor zurück, uns zu einer strafbewährten Unterlassungserklärung (10.000 Euro) zu nötigen. „Wir möchten unmissverständlich klarstellen, dass die im PLATOW Brief verbreiteten Vermutungen unbegründet und haltlos sind“, ließ uns Brunner zu unserem Bericht vom 17.10.2024 „Raiffeisen Hochtaunus – Nächster Fall für die Sicherungseinrichtung?“, mit dem wir den Stein ins Rollen brachten, ausrichten. „Unsere solide Finanzlage und strategische Ausrichtung gewährleisten die kontinuierliche Stabilität und den Erfolg unserer Bank.“ Die PLATOW-Berichterstattung sei „geschäftsschädigend und entbehrt jeglicher Grundlage“, wütete Brunner in einer E-Mail an PLATOW.

Doch spätestens mit der Ankündigung von Fusionsverhandlungen zwischen der Volksbank Mittelhessen und der Raiffeisenbank im Hochtaunus ist Brunners Wolkenkuckucksheim endgültig krachend eingestürzt. Wohl um zumindest indirekt deutlich zu machen, dass es sich bei dem Zusammenschluss von Mittelhessen und Hochtaunus um eine Notfusion handelt, bei der die Bad Homburger unter das schützende Dach der Volksbank Mittelhessen flüchten, ließ sich der Gießener Vorstandschef Peter Hanker in der offiziellen Fusionsankündigung mit den entlarvenden Worten zitieren: „So können wir gut voneinander profitieren und gleichzeitig die Kollegen bei den Herausforderungen ihrer deutschlandweiten gewerblichen Immobilienfinanzierungen unterstützen.“ Achim Brunner „stimmt zu“, heißt es gleich im nächsten Satz: „Die vergangenen Jahre haben das Geschäftsmodell der Raiffeisenbank im Hochtaunus stark beeinflusst, und die sich verändernden Rahmenbedingungen sowie regulatorischen Vorgaben stellen gerade kleinere Banken vor große Herausforderungen.“

Das ist nichts weniger als das implizite Eingeständnis, dass bei der Raiffeisenbank Hochtaunus die Hütte brennt. In der von uns exklusiv publizierten „Roten Liste“ der BVR-Sicherungseinrichtung, deren Authentizität auch der BVR nicht bestreitet, wird die Raiffeisenbank Hochtaunus als „Präventionsbank mit Reputationsrisiko“ eingestuft. In seiner Antwort vom 24.10. auf unsere entsprechende Frage behauptete Brunner übrigens noch steif und fest: „Wir sind derzeit nicht auf der Suche nach einem Fusionspartner.“ Jetzt bestätigt Brunner, dass sich der Vorstand schon seit geraumer Zeit mit dem Thema beschäftigt hat. „In dem seit Mai 2024 andauernden Strategieprozess sind wir daher übereingekommen, dass die Herausforderungen der Zukunft nur mit einem starken Partner zu bewältigen sind“, heißt es in der Fusionsankündigung.