Secupay und das Geheimnis des hohen Wachstumstempos
Nach hohen Umsatzsprüngen bereits in den Vorjahren verdoppelt der Spezialist für individuelle und automatisierte Paymentlösungen die Zahl der Transaktionen. Wie schafft er das?

Bei Zahlungsdienstleistern denken viele an die großen Namen: Adyen, Stripe oder Nexi. Dabei sitzt der neue Wachstumschampion nicht in den Niederlanden, den USA oder Italien, sondern in Pulsnitz, einer Kleinstadt nahe Dresden. Dort ist mit Secupay über die vergangenen Jahre ein Payment-Spezialist entstanden, der mit beachtlichen Wachstumsraten aufwarten kann. Schon 2024 und 2025 gab es eine Verdopplung des Umsatzes, was PLATOW schon damals aufgefallen war. Jetzt legt das Unternehmen noch eine Schippe drauf.
Wie aktuelle Zahlen zeigen, hat Secupay zwischen dem 1. April 2025 und dem 31. März 2026 den Umsatz auf 24,9 Mio. Euro hochgeschraubt und damit um weitere 30% gesteigert. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Transaktionen verdoppelt und als Zahlungsvolumen werden 2,9 Mrd. Euro ausgewiesen. Auch die Kundenbasis erhöhte sich um 36%.
Zu lange unter dem Radar
Secupay wurde vor 25 Jahren von Hans-Peter Weber gegründet und danach lange unter dem Radar der Szene aufgebaut. Externe Kapitalgeber hat die Firma nie an Bord geholt, ist stattdessen organisch gewachsen. Aufsehen erregt hat Secupay dann erstmals 2024. Damals hatte Secupay die Ausschreibung für die Bezahlkarte für Flüchtlinge gewonnen und in dem Rennen sogar die Sparkassen ausgestochen. Diese wurde dann im vergangenen Jahr ausgerollt und bescherte der Firma einen gigantischen Umsatzzuwachs.
Inhaber Weber macht die Karte im Austausch mit PLATOW für rund 20% des Neugeschäfts bei Secupay verantwortlich. Damit ist sie der maßgebliche Wachstumstreiber seit Einführung der Karte. Auch 2026 war die Bezahlkarte für Secupay wieder sehr wichtig und machte, wie aus Kreisen des Unternehmens zu hören ist, rund 10% des Umsatzes aus.
Acquiring jetzt eigenständig
Daneben wuchs der Bereich Acquiring – wie auch schon im Vorjahr – besonders stark. Laut den offiziellen Zahlen von Secupay legte die Sparte um 123% zu. Maßgeblich dazu beigetragen hat, dass Secupay mittlerweile nicht mehr auf ein Partnermodell setzt, sondern das Acquiring komplett eigenständig betreibt. Weber sagt dazu: „Händler steigen mittlerweile schneller als erwartet auf bargeldlose Zahlung um, das hat unsere Prognose übertroffen.”
Das Geschäft mit Zahlungsterminals (POS) wuchs ebenfalls, allerdings nur um 24%. Personell ist der Payment-Dienstleister inzwischen auf über 100 Mitarbeiter angewachsen und hat sich mit Leif Jensen (Vertrieb) und Eric Weiß (Produkt) zwei neue Manager ins Führungsteam geholt.