Umfrage: Jede vierte Volksbank ist skeptisch gegenüber zentralem Tradingangebot
Jede vierte Volksbank steht einem zentral gesteuertem Tradingangebot skeptisch gegenüber. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage des Genoverbands.

Jede vierte Volksbank steht einem zentral gesteuerten Tradingangebot skeptisch gegenüber. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage des Genoverbands. Dies erklärt, warum das geplante Angebot bei der DZ-Bank-Tochter Geno Broker beim jüngsten Beschluss des BVR-Verbandsrats von den Primärbanken sehr enge Grenzen bekommen hat. Damit wollen die Genossenschaftsbanken den Vormarsch der Neobroker kontern.
Der Genoverband vertritt 264 Volks- und Raiffeisenbanken in ganz Deutschland mit Ausnahme der Institute aus Bayern, Baden-Württemberg und Weser-Ems. Der Umfrage unter den Bankvorständen zufolge unterstützen aber immerhin 30% das geplante Angebot vorbehaltlos. 46% sind nur dafür, sofern Kundenbeziehung und Ertragszurechnung klar bei den Primärbanken verbleiben würden. 42% befürworten es aus Kundengewinnungssicht, 6% aus Ertragssicht.
Unter den klaren Gegnern sprechen sich 14% dafür aus, dass es neue Brokerage-Angebote ausschließlich über die VR Banking-App geben soll. 6% der Umfrageteilnehmer finden, dass es diese nur bei den Ortsbanken geben soll. 4% wollen überhaupt keine Neuerungen. Die Finanzgruppe will in einem ersten Schritt ab Oktober das neue Depotmodell „Mein Depot Neo“ in die App integrieren. Erst bis Ende 2027 soll das zentrale Angebot über den Geno Broker unter einer neuen Marke an den Start gehen.
Bei Krypto schon weiter
Zugleich ist aber die Erkenntnis vorhanden, dass Fintechs und der Markteintritt weiterer ausländischer Banken die Volks- und Raiffeisenbanken unter Druck setzen. 54% der befragten Vorstände erwarten eine starke bis sehr starke Verschärfung des Wettbewerbs. Gerade bei jungen und digital-affinen Kunden haben die Genossenschaftsbanken schlechte Karten. Diese Klientel interessiert sich auch stark für Kryptowährungen. Hierbei sind die Banken des Genoverbands schon weiter. 6% sind mit dem über DZ Bank und Börse Stuttgart angebotenen „Mein Krypto“ bereits am Markt. Weitere 26% planen dies innerhalb der nächsten fünf Monate. 59% wollen in den nächsten zwei Jahren damit starten.