Jürgen Wache kann jetzt offiziell an die Spitze der angeschlagenen Volksbank Brawo rücken. Die Vertreterversammlung beschloss am Dienstagabend einer Mitteilung der Bank zufolge die dafür notwendige Satzungsänderung zur Aufhebung der Altersgrenze von 65 Jahren. Wache, zuvor langjähriger Chef der Hannoverschen Volksbank, ist bereits 67 Jahre alt. Mit Eintragung der Satzungsänderung wird er wie geplant der neue Vorstandsvorsitzende. Zuvor hatte interimistisch Lars Berkefeld als Vorstandssprecher fungiert.

Zwar habe es bei der Vertreterversammlung angesichts der schwierigen Lage der Bank „kritische Stimmen“ und „Fragen zur Aufarbeitung“ gegeben, heißt es in der Mitteilung weiter. Insgesamt habe bei der Versammlung aber „Zuversicht“ geherrscht, dass nun „konsequent die notwendigen Maßnahmen zur Restrukturierung und Neuausrichtung“ angegangen werden. Der Jahresabschluss 2025 sei mit „großer überwältigender Mehrheit“ beschlossen worden.

Die Volksbank Brawo leidet unter einem weitverzweigten Beteiligungsimperium ihres Ex-Chefs Jürgen Brinkmann. Um wieder auf die Beine zu kommen, stützt die BVR-Sicherungseinrichtung die Bank mit bis zu 723 Mio. Euro in Form von Garantien und einer geplanten Kapitalerhöhung. Die Volksbank Brawo soll im Laufe von fünf Jahren saniert werden, sich vor allem von den problembehafteten Immobilieninvestments trennen sowie wieder auf die Region und das Kernbankengeschäft konzentrieren.