Renovieren oder ausziehen? Die Bundesbank ringt um ihre Zentrale
Die Bundesbank wollte ihre Zentrale in einen Campus verwandeln. Doch die Pläne mündeten in einem Fiasko. Nun steht Bundesbank-Präsident Nagel vor einer schweren Entscheidung.

Für die Bundesbank geht es im neuen Jahr um mehr als ein markantes Betongebäude: Sie steht vor einer Entscheidung mit potenziell milliardenschweren Folgen. Im ersten Quartal will sie klären, wie es mit ihrer historischen Zentrale im Frankfurter Norden weitergeht.
Ursprünglich wollte die Notenbank den Gebäudekomplex zu einem Campus ausbauen. Doch jahrelang plante sie das Projekt, das sie 2016 angekündigt hatte, ohne belastbare Kostenschätzung. Erst als PLATOW im August einen zuvor geheimen Bericht des Bundesrechnungshofs veröffentlichte, wurde das Ausmaß des Bau-Fiaskos deutlich: Die Prüfer bezifferten die möglichen Kosten Ende 2022 auf 4,6 Mrd. Euro.
Vom Prestigeprojekt zum Reputationsrisiko
Inzwischen hat die Bundesbank große Teile des Projekts gestrichen – und stellt es grundsätzlich infrage. Die Entscheidung soll nun auf Basis einer neuen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung fallen, die das Controlling und eine Beratungsfirma in den vergangenen Monaten erstellt haben.
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel muss dabei zwischen zwei riskanten Optionen wählen: Entweder hält die Bundesbank am stark reduzierten Bauprojekt fest oder sie gibt den Standort auf und weicht auf ein anderes Objekt aus. Beide Varianten bergen erhebliche finanzielle und organisatorische Risiken.
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