Trotz herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen sieht das Maklerhaus Robert C. Spiess eine zunehmende Nachfrage insbesondere ausländischer, kapitalstarker Investoren mit hoher Eigenkapitalquote nach Retail-Immobilien. Deutschland gelte im europäischen Vergleich weiterhin als stabiler und attraktiver Investitionsstandort. 2025 hätten jedoch nur sehr selektiv größere Deals stattgefunden.

Die digitale Transformation ist endgültig im Einzelhandel angekommen. Die Anzahl der Smart Stores im Lebensmitteleinzelhandel, die mit Kameras, automatisierten Bestellsystemen und bargeldlosen Bezahlmöglichkeiten ohne Personal rund um die Uhr betrieben werden, dürfte laut Stephan Rüschen, Professor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), bei etwa 900 liegen. Der anhaltend hohe Kostendruck insbesondere bei Personal, Miete und Energie führe zu weiter angespannten Margen. 

Bridge-Finanzierungen könnten für Verkaufsdruck sorgen

Im Investmentbereich bleiben die Renditeanforderungen institutioneller Anleger herausfordernd. In vielen Assetklassen sei noch keine vollständige Anpassung der Kaufpreisvorstellungen erfolgt. Zahlreiche Eigentümer hätten in den vergangenen Jahren über kurzfristige Bridge-Finanzierungen Liquidität geschaffen. Die erforderten im Anschluss oft eine Folgefinanzierung. Dadurch könnte ein verstärkter Verkaufsdruck das Immobilienangebot deutlich erhöhen und damit zu eher sinkenden Preisen führen. Im Retail-Investmentsegment seien Highstreet-Immobilien und Shopping-Center weiterhin selektiv zu bewerten. Dagegen dürfte die Nachfrage nach Fachmärkten, lebensmittelgeankerten Fachmarktzentren sowie LEH-Portfolios marktführender Betreiber moderat zunehmen.