Catella wirbt für Optimismus bei Büroobjekten
„Fobo“ greift um sich, auch im Bürosektor. Catella-Manager Klaus Franken hält dagegen: Der Markt passe sich an, das Büro bleibe wichtig – wenn ein paar Bedingungen erfüllt seien.

Die Angst, überflüssig zu werden, greift im Wirtschaftsleben um sich. In der Immobilienwirtschaft sei diese Sorge jedoch unbegründet, sagt Klaus Franken, Chef von Catella Project Management (CPM), im Gespräch mit PLATOW. Das neudeutsch als „Fobo“ bekannte Phänomen – das Akronym steht für „Fear of Becoming Obsolete“ – erfasse zwar auch Teile des Büroimmobiliensektors. Doch selbst hier sei Pessimismus fehl am Platz.
Franken wirbt für eine differenzierte Sicht. Einerseits seien die Probleme klar erkennbar: Reproduzierbare Arbeit werde zunehmend von KI übernommen, viele Büros steckten in Schwierigkeiten. Das lasse sich auch nicht mehr über Mieten kompensieren. Andererseits sei der Markt anpassungsfähig, wie die Erfahrung zeige. Das Büro sei schon oft totgesagt worden – beim Einzug der EDV, später in der Internet-Euphorie und zuletzt mit der mobilen Kommunikation. Jedes Mal habe sich die Arbeitswelt neu aufgestellt.
Edler Turm mit hoher Vorvermietung
Catella realisiert derzeit nicht nur rund 10.000 neue Wohnungen, sondern auch den KöTower auf der Düsseldorfer Königsallee, ein hochwertiges Hochhaus mit zahlreichen Büros – im aktuellen Umfeld ein ungewöhnliches Projekt. Auf dem Papier liege die Vorvermietung bereits bei 30%, berichtet Franken.
Das moderne Büro sei attraktiv, weil man dort Menschen treffe, kommuniziere und sich austausche. Die Produktivität der Beschäftigten habe sich zudem deutlich erhöht. Austausch und Kreativität seien über den heimischen Bildschirm allein kaum möglich. Wer davon lebe, Ideen zu entwickeln und gemeinsam weiterzudenken, könne dies nicht ausschließlich digital tun.
Wohnimmobilien mit Halo-Effekt
Franken verweist auch auf den Effekt sogenannter Halo-Assets. Das Akronym steht für „Heavy Assets, Low Obsolescence“, also gehaltvolle Vermögenswerte, die keineswegs überflüssig sind. Betroffen sei eher der Wohnungsmarkt, sagt er. Der aktuelle Bedarf stehe außer Zweifel und werde in den kommenden Jahren nicht sinken. Nach Gesprächen auf der Immobilienmesse Mipim fühle er sich bestätigt, dass deutsche Wohnungsmärkte für internationale Investoren attraktiv seien. Kapital sei vorhanden. So viele optimistische Worte hört die gebeutelte Immobilienwirtschaft sicherlich gerne.