Colliers redet neuen Einbruch im Büromarkt als „selektive“ Kapitalrückkehr schön
Der Investmentmarkt für Büros bleibt jenseits der Metropolen schwach. Trotz eines erneuten Einbruchs sieht Colliers „selektive“ Chancen – doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache.

Wenn das Transaktionsvolumen für Büroimmobilien und Geschäftshäuser im Jahr 2025 jenseits der größten Metropolen um 14% auf 1,9 Mrd. Euro einbricht, will Colliers dennoch eine gezielte Investition erkennen. „Kapital kehrt selektiv in Büro- und Geschäftshäuser außerhalb der Top 7 zurück“, schreibt die Maklergesellschaft – und verbrämt damit einen weiteren zweistelligen Rückgang bei Büro-Investments in sogenannten B- und C-Städten. Schon die Jahre 2023 und 2024 hatten desaströse Ergebnisse geliefert. Eine Rückkehr der Investoren ist weiterhin nicht erkennbar.
Manuel Backfisch, Head of Capital Markets, bemüht sich um ein differenziertes Bild: So sieht er eine „frühe Erholung im Gewerbeinvestmentmarkt“, die „selektiv und diszipliniert“ beginne. Das gelte jedoch nur dort, wo Lage, Nutzung und Cashflow langfristig überzeugten, schränkt er ein.
Kleine Objekte
Großvolumige Transaktionen blieben aus. Knapp drei Viertel des Transaktionsvolumens und rund 94% aller Abschlüsse entfielen auf Deals unter 50 Mio. Euro. Die Durchschnittsgröße lag bei 15 Mio. Euro. Zum Vergleich: In den „Top 7“ , also in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf und Stuttgart, liegt das durchschnittliche Transaktionsvolumen etwa doppelt so hoch.
Überregional bedeutende B-Städte vereinten mit 763 Mio. Euro bzw. 40% Marktanteil die größte Anlagesumme außerhalb der „Top 7“ . Mit knapp 150 Mio. Euro führt Dortmund das Ranking an, gefolgt von Freiburg (115 Mio. Euro) und Darmstadt (102 Mio. Euro). Mehr als ein Viertel des Transaktionsvolumens entfällt auf Nordrhein-Westfalen. Neben Dortmund und Essen zählt auch Bonn dazu – ein Markt, der sich dank eines hohen Anteils öffentlicher und staatsnaher Nutzer als besonders cashflow-stabil erwiesen hat.
Colliers erwartet gute Einstiegschancen für eigenkapitalstarke Investoren – und zeigt sich damit optimistischer als viele Banken und andere Marktstimmen.