Die europäischen Büromärkte der JLL-Immobilienuhr liegen inzwischen alle im aufsteigenden Ast des Zyklus mit inzwischen überwiegender Verlangsamung der Spitzenmietsteigerungen. Die europäischen Bürospitzenmieten wuchsen laut EMEA-Researchchefin Hela Hinrichs im vierten Quartal 2025 um 7,4% im Jahresvergleich. Inzwischen scheint auch der von PLATOW seit Jahren erwartete, von den Immobilien-Researchern diesmal aber bezweifelte Arbitrageprozess bei steigenden Spitzenmieten und schwächelnden B-Märkten einzusetzen. JLL berichtet, dass die gestiegenen Mieten zunehmend eine Rolle bei der Standortentscheidung spielen. Nutzer zögen jetzt auch Flächen außerhalb der zentralen Top-Lagen in Betracht.

Maklertypisch erwartet JLL aber keinen Wettbewerb bei den Spitzenmieten, sondern anziehende Mieten in B-Lagen. Mietsteigerungen wurden in elf der 23 Indexmärkte beobachtet, darunter Hamburg (+13,9% im Vergleich zum Vorquartal), Madrid (+3,5%), Edinburgh (+3,3%), London (+2,9%) und Rotterdam (+2,9%). Die übrigen zwölf Märkte verzeichneten im vierten Quartal kein Mietwachstum.

Leerstand steigt

Die Bandbreite beim Flächenumsatz reicht von plus 207% bis minus 85%. Der Büroflächenumsatz in Europa erreichte im vierten Quartal 2025 rund 2,3 Mio. qm (-8%). Die Schwäche sei vor allem auf die deutschen Städte und Paris zurückzuführen. Der europäische Leerstand stieg im vierten Quartal 2025 auf 9,3%, was im Jahresvergleich einem Zuwachs von 60 Basispunkten entspricht. Die Quote werde sich voraussichtlich bis Ende 2026 stabilisieren, erwartet Hinrichs.

Zwölf Indexmärkte verzeichneten Leerstandssteigerungen im Jahresvergleich, angeführt von München (+210 Basispunkte auf 8,5%), Amsterdam (+180 Basispunkte auf 9,8%) und Hamburg (+140 Basispunkte auf 6,7%). Europäische Bauträger reagierten auf den historisch hohen Leerstand durch Zurückfahren ihrer Bauprojekte. Die Zahl der im Bau befindlichen Büroflächen sank europaweit auf 9,9 Mio. qm (-11%).