Immobilienstimmungsindex

Fragile Erholung der Immobilienstimmung

Das Sommerhoch ist schnell wieder verfolgen. Im vierten Quartal hat sich die Immobilienstimmung eingetrübt. Das sind die Erwartungen für 2026.

Werner Rohmert,
Stei
Stei © AdobeStock

Die aktuelle Befragung zum Immobilienstimmungsindex (ISI) des ZIA und IW Köln zeigt eine Erholung der Immobilienwirtschaft auf einem wackligen Fundament. Nach einer kurzen Aufhellung im Sommer fehlen der Branche klare Perspektiven. Die Geschäftslage sinkt im vierten Quartal 2025 um 9,1 Punkte auf 12,9 Zähler. Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate geben um 4,7 Punkte auf 20,1 Punkte nach. Das Immobilienklima fällt damit auf 16,4 Punkte (-6,9) zurück und liegt erneut auf dem Niveau von Ende 2024. Das Sommerhoch nach dem Antritt der neuen Bundesregierung ist damit verflogen.

Im Bürosegment bleibt das Umfeld angespannt. Die Erwartungen trüben sich angesichts pessimistischer Flächennachfrageaussichten ein. Die Preiserwartungen drehen wieder ins Negative. Viele Unternehmen planen für 2026 eine Reduzierung ihrer Bürobestände. Im Wohnsegment wird die schwächste Geschäftslage seit fast zwei Jahren gemessen. Eine hohe Nachfrage trifft weiterhin auf ein unzureichendes Angebot. Die angekündigten wohnungspolitischen Reformen konnten die Stimmung nicht verbessern.

Weiterer Anstieg der Baupreise erwartet

Entscheidend sei ein konsequenter Reformkurs, erklärt ZIA-Präsidentin Iris Schöberl. Projektentwicklung sei weiter geprägt durch hohe Kostenbelastung und verhaltene Nachfrage. Zwar zeige sich eine leichte Stabilisierung, das Klima bleibe jedoch auf niedrigem Niveau. Eine Sonderfrage zu den Erwartungen für 2026 zeigt, dass die Unternehmen von anspruchsvollen, aber stabileren Rahmenbedingungen ausgehen. Erwartet werden ein weiterer Anstieg der Baupreise um 2,6%, Bauzinsen von rund 3,7% sowie eine Inflationsrate von 2,2%.

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