Immobilienstimmung trübt sich wieder ein
Trübe Stimmung in der Immobilienwirtschaft: Die erhoffte Erholung bleibt aus, nicht nur wegen des Irankriegs.

Hoffnungen auf einen positiven Schub zum Frühjahr haben sich in den Stimmungsumfragen bislang nicht bestätigt. Die ZIA-Präsidentin (Zentraler Immobilien Ausschuss) Iris Schöberl ist skeptisch: „Wenn die Politik nicht entschlossen mit strukturellen Reformen dagegenhält, droht sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt dramatisch zu verschärfen“.
In der Projektentwicklung sieht es gerade wieder besonders mau aus. Nach leichten Erholungstendenzen im letzten Jahr hängt die deutsche Immobilienwirtschaft im Q1 wieder durch. Das ohnehin wackelige Fundament der immobilienwirtschaftlichen Erholung wird durch geopolitische Krisen und steigende Energiepreise erneut gebremst.

Weitere Vorschläge zur Verschärfung von Mietpreisregulierungen kämen jetzt gerade zur Unzeit, kommentiert Schöberl die zentralen Ergebnisse der Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des ZIA. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage steigt leicht um 1,7 Punkte auf 14,5. Allerdings sinken die Erwartungen deutlicher um 3,7 Punkte auf 16,4. Das Gesamtklima verschlechtert sich um 1,0 Punkte gegenüber dem 4. Quartal 2025 und liegt nun fast 10 Punkte unter dem Wert des Sommers 2025. Während der Büromarkt robust geblieben sei, hätten die aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen insbesondere Wohnimmobilien und Projektentwicklung stark betroffen.
Bei Büros sieht es besser aus
Einzig im Bürosegment verbessert sich sowohl die Geschäftslage als auch die Erwartungsperspektive. Das Immobilienklima erreicht 23,3 Punkte (+4,9). Bei Wohnimmobilien steigt zwar die Geschäftslage leicht um 1,1 Punkte auf 18,2, jedoch fallen die Erwartungen drastisch von 10,1 auf 5,8 Punkte. Belastend seien insbesondere die geplante Verschärfung von Mietpreisregulierungen und der starke Anstieg der Energiepreise infolge des Irankriegs. Bei der Projektentwicklung ist die Lage besonders angespannt. Die Geschäftslage fällt um 25,5 Punkte auf –23,5. Die Erwartungen sinken um 12,3 Punkte auf 8,8. Trotz steigender Baugenehmigungen und verbesserter Förderbedingungen bleibe die Profitabilität vieler Bauträger aufgrund hoher Insolvenzzahlen und unzureichender Nachfrage begrenzt.