Investoren kehren in den Hotelmarkt zurück
Europas Hotelmarkt erlebt eine neue Investorenwelle. Viele institutionelle Anleger wolle ihre Hotelquote erhöhen – trotz höherer Baukosten und wachsender Unsicherheit bei der Performance.

Die Renaissance der Hotelinvestments setzt sich fort. Die meisten Investoren wollen ihre im Vorjahr zugewiesene Kapitalquote für Hotels beibehalten oder erhöhen, wie 64 von 74 Teilnehmern der Umfrage „European Hotel Investor Compass“ von Cushman & Wakefield erklären. Befragt wurden große Private‑Equity‑Firmen, Fonds, REITs und andere institutionelle Investoren. Zwischen 2020 und 2025 investierten diese Unternehmen insgesamt knapp 18 Mrd. Euro in europäische Hotels.
Mailand oder Madrid
Das Interesse steigt besonders stark in Budapest (+11%), Nizza und Cannes (+9%), Berlin (+9%), München (+8%), Paris (+7%) und Prag (+7%). Bevorzugte Ziele bleiben europäische Metropolen wie Mailand, Madrid, Rom, London und Paris. Südeuropa bleibt auch 2026 ein Top‑Ziel: 78% der Investoren setzen auf Italien und die Iberische Halbinsel, 60% auf Frankreich. Auch Großbritannien und Irland gewinnen an Attraktivität. Die DACH‑Region, also Deutschland, Österreich und die Schweiz, landet in der Einschätzung der Investoren auf Platz 5. Das durchschnittliche Ziel für die Eigenkapitalrendite steigt auf 15,6%, nach 13,6% im Jahr 2025. Cushman & Wakefield sieht darin einen Hinweis auf die gestiegene Unsicherheit bei der Kreditvergabe.
Für zwei Drittel der Befragten bleiben steigende Baukosten die größte Herausforderung. Im Vergleich zum Vorjahr wächst zudem die Sorge über die Unsicherheit der Hotelperformance. Umgekehrt verlieren Finanzierungsprobleme an Gewicht. Geopolitische und makroökonomische Risiken stufen die Investoren nur als zweitwichtigste Herausforderung ein.