Markt für Premium-Wohnimmobilien sortiert sich neu
Der Markt für Premium-Wohnimmobilien ist in Bewegung gekommen. Von einem Verkäufermarkt kann keine Rede mehr sein. In einer Stadt fällt die Preiskorrektur besonders scharf aus.

Die Meldungen über steigende Wohnimmobilienpreise reißen nicht ab. PLATOW hat in diesem Zusammenhang immer wieder auf die Gefahren der untersuchten Grundgesamtheit bzw. der Positivauslese der gemachten Deals hingewiesen. So könnten Immobilien, die unter dem Habeck’schen Heizungsgesetz mit hohen Sanierungskosten drohten, und deshalb aufgrund des Wertverlustes gar nicht gehandelt wurden, in der Preisstatistik nicht erfasst sein. Ebenso fallen Standard-Immobilien heraus, die bei 4% Zinsen weniger Käufer finden als bei 1,5% Zinsen.
Aber auch der Premium-Wohnimmobilienmarkt der großen deutschen Städte sortiert sich mit gefallenen Preisen und geänderten Verhaltensweisen neu, berichtet der auf Premiumwohnen spezialisierte Makler Dahler.In allen fünf untersuchten Metropolen Berlin, Hamburg, München, Köln und Düsseldorf wachse das Angebot, während die Nachfrage spürbar nachgelassen habe, berichtet Dahler. Die Zeiten des klaren Verkäufermarktes seien vorbei. Stattdessen prägten selektive Nachfrage, realistischere Preisvorstellungen und eine wachsende Angebotsauswahl das Bild.

Auffällig ist dabei eine zunehmende Differenzierung zwischen Häusern und Wohnungen. Häuser reagieren stärker auf Finanzierungskosten, energetische Anforderungen und Investitionsvolumen. Wohnungen bleiben dagegen in guten innerstädtischen Lagen vergleichsweise stabil. Insgesamt zeigt sich eine Phase der Marktanpassung. Käufer vergleichen stärker, während Verkäufer ihre Preisvorstellungen schrittweise korrigieren. Die regionalen Unterschiede bleiben dennoch erheblich. München bleibt der mit Abstand teuerste Markt. Hamburg zeigt sich besonders stabil. Berlin erlebt eine spürbare Preiskorrektur. Köln und Düsseldorf liegen dazwischen – mit jeweils gemischten Entwicklungen zwischen Wohnungs- und Häusermarkt.
Scharfe Preiskorrektur in Berlin
In Berlin stieg das Angebot an Premiumwohnungen um 17,4%. Der Medianpreis sank auf 8.745 Euro pro qm. Die Nachfrage ging um 24,2% zurück. Noch stärker fiel die Anpassung im Häusermarkt aus. Der Medianpreis für Premiumhäuser lag mit 8.605 Euro pro qm rund 19,7% unter dem Vorjahr. Gleichzeitig nahm das Angebot um 12,5% zu. Hamburg zeigt im Vergleich der Metropolen die stabilste Entwicklung. Das Angebot an Premiumwohnungen stieg um 8,1%, während der Medianpreis leicht auf 10.011 Euro pro qm zulegte. Auch im Häusermarkt nahm das Angebot um ein Drittel zu (+34,7%), während die Preise mit rund 10.489 Euro nahezu stabil blieben.
München bleibt trotz deutlicher Preiskorrekturen der teuerste Premium-Wohnungsmarkt Deutschlands. Der Medianpreis für Premiumwohnungen lag im vierten Quartal 2025 bei 13.916 Euro pro qm, rund 5,1% unter dem Vorjahr. Noch stärker fiel der Rückgang im Häusermarkt aus. Hier sank der Medianpreis um 12,6% auf 14.754 Euro pro qm. Gleichzeitig nahm das Angebot deutlich zu, während Käufer selektiver agieren und stärker auf Preis und Lage achten.
Gemischtes Bild in Köln und Düsseldorf
Der Kölner Premiummarkt zeigt eine gegenläufige Entwicklung zwischen Wohnungen und Häusern. Während der Medianpreis für Premiumwohnungen leicht um 0,8% auf 7.984 Euro pro qm sank, stieg das Angebot um 4,2%. Der Häusermarkt entwickelte sich dagegen robuster. Die Zahl der Angebote stieg um 17,6%. Gleichzeitig legte der Medianpreis um 2,9% auf 9.189 Euro pro qm zu. Der Düsseldorfer Premiummarkt zeigt ebenfalls ein gemischtes Bild. Bei Eigentumswohnungen stieg der Medianpreis leicht um 1,1% auf 9.014 Euro, während das Angebot um 13% zunahm und die Nachfrage um 22,1% sank. Im Häusermarkt verlief die Entwicklung entgegengesetzt. Hier fiel der Medianpreis um 5,8% auf 8.827 Euro pro qm. Gleichzeitig ging das Angebot leicht zurück, was Düsseldorf innerhalb der Top 7-Städte zu einer Besonderheit macht.