Mipim 2026 – Ruhiger, aber effizienter
Der Andrang auf der Mipim in Cannes erscheint 2026 geringer als in früheren Jahren. Dafür geht es wieder mehr ums Geschäft. Das sind die Top-Themen.

Zum Redaktionsschluss war die Mipim 2026 noch in vollem Gange. Das Wetter war nicht so schlimm wie von Wetter.de befürchtet. Das Besucher- und Teilnehmer-Zahlenwerk liegt noch nicht vor. Es war wohl gefühlt deutlich leerer, aber vielleicht auch effizienter. Wir liefern kommende Woche die Übersicht nach. Die Medienpräsenz ist wohl deutlich geringer und dem Spardiktat zum Opfer gefallen. Lediglich die „Immobilien Zeitung“ ist nach wie vor mit einem „Zehner-Team“ vor Ort. Monika Leykam von der IZ berichtet, dass gegenüber den letzten drei Jahren der Small Talk-Bedarf der Branche zur Übermittlung guter Laune und der „Es ist doch alles gar nicht so schlimm“-Botschaften deutlich zurückgegangen sei.
Aus PLATOW-Sicht ist aber auch nicht auszuschließen, dass in vielen Unternehmen die Krise jetzt erst wirklich ankommt. Dabei liegen die Fakten seit drei Jahren auf dem Tisch. Viele Reserven sind verbraucht. Mietverträge und Zinsbindungen laufen oft gleichzeitig aus. Viele Bestandsimmobilien sind im Lebenszyklus weiter fortgeschritten und stehen vor ESG-Herausforderungen, die beim Einkauf im Nullzinshype anders beurteilt worden waren. Glaubt man den ständigen Sparbotschaften, die die Marketingabteilungen der Branche verbreiten, müsste eine Reihe von Unternehmen vor bedeutsamen Herausforderungen stehen. Schließlich ist die Hoffnung auf eine Bewertungserholung definitiv nicht aufgegangen.
Es geht wieder mehr ums Geschäft
Den Offenen Immobilienfonds rennen die Anleger weiter weg. Die Aktienkurse der Immo-AGs dümpeln vor sich hin. Die Börse beurteilt die NAVs wohl skeptischer als die Unternehmen selber. Eine Besonderheit der Immo-AGs ist seit den über 30 Jahren, die das PLATOW-Team die AG-Wellen beobachtet, immer gewesen, dass die Börse bei Immobilien-AGs in schwierigeren Zeiten weniger auf die Story, sondern mehr auf den Bestand schaut. Da werden noch Risiken vermutet. Und jetzt kommt hinzu, dass auch oft die Story nicht mehr so gut klingt.
Scheinbar wird wieder aber auf der Mipim wieder mehr über Geschäft gesprochen. Allerdings herrschte am traditionellen Trubeltag, dem Dienstag, rund um das Palais ziemliche Leere. Am Ende, so die PLATOW-Erwartung, werden wir wieder das traditionelle Zahlenwerk zu hören bekommen, auch wenn es nicht mehr so sichtbar ist. Wahrscheinlich haben die Kurzzeit-Aufenthalte zugenommen. Über 20.000 Teilnehmer aus rund 90 Ländern seien vor Ort. Rund 6.000 Investoren, die zusammen Assets im Wert von etwa 4 Billionen Euro verwalten, seien registriert, berichtet das bislang auffindbare Zahlenwerk. Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen der vergangenen Jahre scheint die Stimmung in Cannes 2026 überraschend optimistisch. Das kann allerdings auch der Positivauslese der Anwesenden geschuldet sein. Außerdem dürften auch viele Verträge langfristig geschlossen gewesen sein.
Housing Matters!
Die Top-Themen 2026 gingen diesmal weniger um das bloße „Größer, Schneller, Weiter“, sondern um Resilienz und Technologie-Integration. „Housing Matters!“ war das Leitthema. Es geht weltweit um bezahlbaren Wohnraum und die Frage, wie man trotz hoher Baukosten und Zinsen neuen Wohnraum schaffen könne. Während 2024/25 noch viel über den „KI-Hype“ gesprochen wurde, zeigt die Mipim 2026 konkrete KI-Anwendungen. ESG blieb mit „Road to Zero“ Thema. Der Fokus liegt massiv auf dem Bestand, der „net-zero-ready“ gemacht werden müsse. Bei den Sektoren-Favoriten stehen Rechenzentren und Life Sciences ganz vorne. Bei Redaktionsschluss standen die Award-Gewinner noch nicht fest.