Weil Künstliche Intelligenz Personal ersetzt, werde künftig auch deutlich weniger Bürofläche benötigt – so die verbreitete Einschätzung von Personalentscheidern. Das zeigt eine Umfrage von Trend Research Hamburg im Auftrag der GSG. Im Schnitt erwarten die Befragten einen Rückgang des Flächenbedarfs um rund 27% in großen Städten. Dass ein KI‑bedingter Nachfragerückgang drohe, sei in der öffentlichen Debatte noch nicht ausreichend angekommen, meint GSG‑Geschäftsführer Sebastian Blecke.

Ob es tatsächlich so kommt, erscheint aus PLATOW‑Sicht jedoch fraglich. Frühere Umbrüche – von der Wiedervereinigung über die Dotcom‑Euphorie bis zur Homeoffice‑Welle – haben gezeigt, dass die Effekte meist moderater ausfallen als zunächst prognostiziert. So dürfte der Homeoffice‑Trend, der 2020 durch die Pandemie Fahrt aufnahm, nur etwa 10% Flächenersparnis gebracht haben, wie wir damals bereits erwartet hatten. Gleichwohl stimmen uns die Geschwindigkeit der KI‑Entwicklung und die bevorstehenden, historisch einmaligen Investitionssummen skeptisch.

37% der Unternehmen rechnen damit, dass bis 2030 schreibendes Personal – etwa im Marketing oder für Social Media – teilweise durch KI ersetzt wird und dadurch Büroflächen entfallen. Bei Programmieraufgaben halten 30 % der Befragten dies für möglich. Für Buchhaltung, Recht, Personal und Assistenz liegt der Wert bei 27 %.