Unternehmensjuristen wettern gegen Überregulierung
Sprachlos erlebt man Bundesjustizminster Marco Buschmann nicht oft.
Sprachlos erlebt man Bundesjustizminster Marco Buschmann nicht oft.
Das traditionelle „Immobilien-Forum“ des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) in Berlin mit 350 virtuellen oder präsenten Teilnehmern, dämpfte den Optimismus einer schnellen Wende auf den Büroimmobilienmärkten.
Der dramaturgische Effekt war vermutlich nicht beabsichtigt, aber es passte doch recht gut zusammen. Anfang der Woche kanzelte der BdB die zentrale Kennzahl für ESG-konforme Geschäfte des Finanzsektors, die „Green Asset Ratio“ (GAR), als untauglich ab (s. PLATOW v. 5.9.) und warnte eindringlich davor, aus dieser Zahl konkrete Vorgaben für einzelne Institute oder die gesamte Branche abzuleiten. Einen Tag später meldeten sich der VÖB und der Versichererverband GDV gemeinsam mit einem Lösungsvorschlag zu Wort.
Investoren sind verunsichert, weil sie das in vielen Jahren mit niedrigen Zinsen und politischer Stabilität vertraute Terrain verlassen müssen, um noch ausreichend Rendite zu erzielen. Das gilt für vermögende Private ebenso wie für Stiftungen.
Generell biete der Immobilienmarkt durch deutliche Zyklen die Möglichkeit zum antizyklischen Investment, stellt Thomas Beyerle, Group Head Catella Research, fest. Aus Sicht eines Transaktionshauses, das bereits auf einen heutigen Start verweist, dürfte der Zeitpunkt wohl früher zu erwarten sein, als aus PLATOWSICHT.
Aengevelt erwartet ein Filtering-Up auf den Büromärkten. Mit diesem frischen Begriff erweitert Aengevelt Research das Know-how der Immobilienwirtschaft. Selbst Google findet wenig Hilfreiches zum Begriff und bestätigt eher den Aengevelt-Erfindungsreichtum. Durch hybride Arbeitsformen werde sich die quantitative Nachfrage nach Büroflächen reduzieren. Steigende Leerstandsquoten seien zu beobachten. Großunternehmen gäben Standorte auf oder suchten Untermieter. Aengevelt Research prognostiziert jedoch, dass mittelfristig die Dynamik an den Büromärkten zugunsten deutlich höherwertiger Objekte wieder zunehmen werde und „nach einem Filtering-Up-Prozess Substandard-Büroimmobilien vom Markt genommen werden“ müssten.
Mit Blick auf die Bestandsbewertungen von Gewerbeimmobilien gewinnt der Aspekt der nicht zukunftsfähigen Gebäude zunehmend an Bedeutung. Hier hat PLATOW allerdings zwei Seelen in der Brust.
Sich häufende Vorfälle von Greenwashing, aber auch zu wenig Wissen der Investoren über das, was sich hinter ESG tatsächlich verbirgt, sind die Hauptgründe für fehlendes Kundeninteresse an nachhaltigen Kapitalanlagen.
Die Pleitewelle beginnt mit Wohnungsentwicklern. Gewerbeentwickler haben noch mehr Zeit oder sind durch Vorvermietungen oder Vorverkäufe abgesichert, wenn nicht die Verträge platzen. Mit Development Partner, Euroboden und der Project Gruppe meldeten drei renommierte Entwickler innerhalb weniger Tage Insolvenz an. Meldungen zu Anleihe-Anpassungen bestimmen seit Monaten die Szene. Jetzt dürften massiv Projektentwicklungen und Grundstücke zu Opportunistenpreisen an den Markt kommen, die bestehende Bewertungen zu Makulatur machen. Allein Project hat 120 Projekte für 3,2 Mrd. Euro in der Mache.
Für welche Immobilieninvestments nach wie vor recht problemlos Geld fließt, zeigt in diesen Tagen eine Frankfurter Ikone.
Auch wenn die Zinsen steigen, ist die Inflation immer noch höher. Die damit einhergehenden Herausforderungen an den Märkten fallen in eine Zeit geopolitischer Unruhe mit Krieg in der Ukraine und Chinas Säbelrasseln gegenüber Taiwan.
In Texas, wo über die Hälfte der US-amerikanischen Onshore-Windparks von RWE stehen, geht es in den Kulturkämpfen um die Energiewende immer besonders heiß her.
Immer wieder gerne hat sich Joachim Wennings Vorgänger an der Spitze der Munich Re, AR-Chef Nikolaus von Bomhard, als einer von nur wenigen Konzernlenkern in Deutschland zu politischen Versäumnissen geäußert.
Der Markt hat auf die Finanzmathematik längst reagiert, jetzt kommen die Zahlen. Mit Development Partner landete diese Woche ein prominenter Projektentwickler in der Insolvenz. Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa moniert das zögerliche Abwertungsverhalten der Versicherer (s. eigener Beitrag).
Etwas überraschend kamen die Pläne des Union Investment-Managements um Hans Joachim Reinke, die vergangene Woche publik wurden, dann doch.
Die Bundesbank bündelt ihre bankweite Zusammenarbeit zu den Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel sowie die damit verbundenen finanziellen Risiken für Institute und Wirtschaft künftig in einer eigenen Nachhaltigkeitsabteilung.
Nach wie vor fehlen auf dem Investmentmarkt Vergleichspreise, wie mit Blick auf Büroimmobilien gerade Deka-Chefeinkäufer Victor Stoltenburg deutlich machte, der seine Büroaktivitäten deswegen heruntergefahren hat.
Die Investitionen in den weltweiten Risikokapitalmarkt (Venture Capital; VC) sind im ersten Halbjahr eingebrochen. Sie betrugen von Januar bis Juni 2022 noch 331,1 Mrd. US-Dollar, 2023 ist es weniger als die Hälfte (163,6 Mrd. Dollar). In Europa dasselbe Bild: Ein Rückgang von 61% auf 27,9 Mrd. Dollar, zeigt das KPMG Venture Pulse Q2/2023. In Deutschland sank das Volumen im Halbjahr um 53% auf 3,95 Mrd. Dollar. Allerdings zeigt das Q2 Indikatoren einer Besserung.
Laut „FT“ steht DWS im Greenwashing-Skandal vor einer 21 Mio. US-Dollar Verständigung mit den amerikanischen Behörden – hinzu kommen wohl 39 Mio. Dollar an Rechtskosten. Die Deutsche Bank-Tochter hat wohl beim Anteil ihres ESG-Vermögens geschummelt.
ThyssenKrupp bringt seine Wasserstoff-Tochter erfolgreich an die Börse, die genossenschaftliche FinanzGruppe kauft ein Fintech zu, die BaFin lizensiert eine Crowdfunding-Plattform und Porsche bekommt frisches Kapital mit Nachhaltigkeitsbezug – auch im Juli lieferten die Kanzleien wieder spannende Mandate.
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