Europäische Zentralbank (EZB)

24. Februar 2016 Geldpolitik

Bundesbank fürchtet Zinsänderungsrisiken

Die offensive Geldpolitik von EZB-Präsident Mario Draghi ist Bundesbank-Präsident Jens Weidmann schon lange ein Dorn im Auge. Durch die Anleihenkäufe seien die Notenbanken im Euro-Raum mittlerweile zum größten Gläubiger der Staaten geworden. Damit wachse die Gefahr, dass sich insbesondere die Schuldenstaaten an das süße Gift der extrem niedrigen Zinsen gewöhnen und der politische Druck auf die EZB steigt, das QE-Programm länger laufen zu lassen als es für die Wiederherstellung der Preisstabilität notwendig sei. Das hält Weidmann jedoch nicht davon ab, sich schon jetzt Gedanken darüber zu machen, die durch das QE-Programm auf aktuell 1,01 Billionen Euro aufgeblähte Bundesbank-Bilanz für einen möglichen Zinsanstieg in der Zukunft zu wappnen. Auf der Bilanz-PK in Frankfurt kündigte Weidmann denn auch an, dass die Vorsorge für mögliche Zins-änderungsrisiken „erheblich““ an Bedeutung gewinnen werde.

24. Februar 2016 Geldpolitik

HSBC Trinkaus hat Versprechen gehalten

Banken haben in Deutschland ein schlechtes Image, woran sie selbst nicht ganz unschuldig sind. Aber es gibt auch solide aufgestellte Häuser. HSBC Trinkaus ist ein solches Institut. Die deutsche Tochter von Europas größter Bank agiert geräuschlos und erfoglreich von Düsseldorf aus. 2015 erwirtschaftete das Haus unter Führung von Carola Gräfin v. Schmettow 152,1 Mio. Euro Gewinn (+5,1% zum Vj.). „Wir haben 2015 abgeliefert, was wir versprochen haben““, sagt Finanzvorstand Paul Hagen nicht ohne Stolz. Die Kundenkredite wuchsen um 20% auf 7,8 Mrd. Euro und der Provisionsüberschuss, traditionell der größte Anteil am HSBC-Ergebnis, stieg um 13,2% auf 441,2 Mio. Euro an. Das Segment Private Banking und Asset Management konnte das Wachstum ausbauen (+13%). 2015 sammelte der Bereich rd. 1 Mrd. Euro an Neumitteln ein, 75% davon von Bestandskunden. Beim Fondsgeschäft betrug das Wachstum 20%. Der schlechte Start ins Aktienjahr 2016 macht Ressortchef Rudolf Apenbrink keine Sorgen. Er sieht auf der Aktienseite weiterhin Ertragschancen, v. a. bei dividendenstarken Titeln aus Industriestaaten.

24. Februar 2016 Asset Management

Union Investment ruft „Jahr des Fondssparens“ aus

Auch im laufenden Jahr sieht die Fondsgesellschaft Union Investment die Argumente auf ihrer Seite, um Sparern Wege zu einer ausgewogenen Geldanlage aufzuzeigen. Wege, die oftmals ein Umdenken erfordern, sagte Vorstandsvorsitzender Hans Joachim Reinke am Mittwoch bei der Jahres-PK der Gesellschaft am neuen Frankfurter Stammsitz, der nur einen Steinwurf entfernt vom ehemaligen Sitz der EZB liegt. Mit den Partnern in der genossenschaftlichen Gruppe sowie über 1 000 Volks- und Raiffeisenbanken im Rücken werde man sich deshalb auch künftig für eine Evolution des Sparens einsetzen. Für Anleger sei es gerade jetzt wichig, weder in Panik noch in Schockstarre zu verfallen, sagte Reinke mit Blick auf die Börsenturbulenzen der vergangenen Wochen. Chancen sieht der gebürtige Rheinländer beim kontinuierlichen Vermögensaufbau, weshalb die Fondsgesellschaft beim ratierlichen Sparen 2016 als Jahr des Fondssparen ausgerufen hat. Dazu zählen u. a. klassische Fondssparpläne, wo die Gesellschaft im vergangenen Jahr die 1-Million-Marke überschritten hat und per Ende Dezember 1,158 Mio. Verträge verwaltet (+17,7%). Die durchschnittliche monatliche Sparrate stieg auf 132 Euro, vor drei Jahren waren es noch 100 Euro. Hinzu kam, dass über 1,8 Mio. Sparer 2015 unterm Strich 1,018 Mrd. Euro (2014: 942 Mio. Euro) in die Riester-Fonds des Hauses einzahlten.

22. Februar 2016 Geldpolitik

Banken – Entlastung beim Strafzins ist nicht in Sicht

Anders als in der Euro-Zone ist für Großbritannien derzeit ein Banken-Strafzins kein Thema. Dies bekräftigte der britische Notenbankchef Mark Carney am Dienstag noch einmal vor einem Parlamentsausschuss. Auf Sicht von drei Jahren seien steigende Zinsen derzeit eher wahrscheinlich als sinkende, so Carney. Der Leitzins auf der Insel liegt auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,5%, in der Euro-Zone hingegen weit tiefer bei 0,05%.

22. Februar 2016 Geldpolitik

Airbus lässt Dividende steigen

Airbus-Chef Tom Enders wird auf der Bilanz-PK am heutigen Mittwoch in London voraussichtlich erneut über ein starkes Jahr berichten. Mit einem gegenüber Vorjahr stabilen EBIT von rd. 4 Mrd. Euro hat Enders 2015 eine Punktlandung geschafft. Die Anleger dürften sich nicht zuletzt dank des Ausbleibens von großen Belastungen und eines Rekord-Auftragsbestands in der Zivilluftfahrt (knapp 1 Bio. Euro) einmal mehr über eine höhere Dividende freuen.

22. Februar 2016 Geldpolitik

Warum EZB-Chef Draghi die Kern-inflation so gerne ausblendet

Derzeit wird die Gesamtinflationsrate so stark wie selten von Energie- und Rohstoffpreisen gedrückt. Anstatt die Kerninflation, die schwankungsanfällige Öl- und Lebensmittelpreise ausklammert und im Euroraum derzeit 1% beträgt, als Maßstab für die Geldpolitik in den Fokus zu rücken, hält die EZB eisern an der eher deflationären Gesamtinflation von zuletzt 0,4% fest.

18. Februar 2016 Geldpolitik

Notenbanken tragen eine Mitschuld am Börsencrash

Als die Aktienmärkte zu Jahresbeginn weltweit einbrachen, waren die Ursachen – vordergründig – schnell ausgemacht. China sollte schuld sein, mit der Abwertung des Yuan und Zweifeln an seinem Wirtschaftswachstum. Der sinkende Ölpreis galt als weiteres Verkaufsargument, weil er angeblich Vorbote eines Konjunkturabschwungs sei.

17. Februar 2016 Geldpolitik

Europa und die Flüchtlinge – Wir sind‘s nicht gewesen

Der EU-Gipfel in Brüssel führt einem wenig erstaunten Publikum den schlechten Zustand der Gemeinschaft in seltener Klarheit vor Augen. Drohender Brexit und unsolidarisches Verhalten bei den Anstrengungen, die Flüchtlingskrise in den Griff zu kriegen, geben das Bild einer zerrütteten Ehe. Die Wurzeln des Übels sind in der Konstruktion des nach dem Krieg nur oberflächlich vereinten Europas zu finden. Staatliche Einzelinteressen hat es immer gegeben, sie wurden auf Kosten der Gemeinschaft stets ausgelebt und haben Brüssel für alle teuer und bürokratisch gemacht. So lange es viel Geld zu verteilen gab und alle profitieren konnten, hat der Zusammenhalt über das Geld funktioniert, und es spielte keine Rolle, dass das institutionelle Fundament Europas schwach war und im Ernstfall immer die Nationalstaaten und deren Regierungen das Sagen hatten.

17. Februar 2016 Geldpolitik

OECD straft Regierungen ab

Vor allem für die Regierungen der Industriestaaten ist es eine schallende Ohrfeige: Die OECD hat ihre Konjunkturprognose von November 2015 nach unten korrigiert. Catherine L. Mann, Chefvolkswirtin der Organisation, verlangt dringend nach politischen Antworten, um dem schwachen Wirtschaftswachstum effektiv gegenübertreten zu können. Geldpolitik alleine helfe nicht, es sei ein stärkeres gemeinsames Vorgehen nötig. Denn trotz des billigen Öls und der rekordniedrigen Zinsen, wiesen jüngste Daten und Indikatoren sowohl auf ein nachlassendes Wachstum als auch auf eine schwächere Nachfrage in vielen Industriestaaten hin. Zudem berge die Instabilität der Finanzmärkte substanzielle Risiken, wie die aktuell starken Marktschwankungen und die zunehmende Verwundbarkeit einiger Schwellenländer zeigten. Es bedürfe einer stärkeren fiskalpolitischen Verantwortung, kombiniert mit abermaligen Strukturreformen. Nur so könne das Wachstum gestärkt und ein günstiges Umfeld für produktionsverbessernde Innovationen geschaffen werden. Für die Weltwirtschaft senkte die Organisation ihre Prognose für 2016 um 0,3 Prozentpunkte auf 3% – die langsamste Rate seit 5 Jahren. 2017 seien lediglich 3,3% drin. Harte Zeiten kommen auf Brasilien zu. Die Wirtschaft werde um 4% schrumpfen, was eine massive Rezession bedeute. Aber auch für die USA, die Eurozone, China, Großbritannien und Deutschland gingen die Prognosen nach unten.

15. Februar 2016 Geldpolitik

Zentralbanken kuschen vor den Märkten

Die von den Bank-Titeln angeführten drastischen Kurseinbrüche an den Aktienmärkten seit Jahresbeginn haben die Notenbanken einmal mehr in Alarmbereitschaft versetzt. Entpuppte sich doch auch die jüngste Kurserhohlung als Stohfeuer, das am Dienstag bereits erlosch. Als Auslöser des Kurssturzes gelten Sorgen um eine Konjunktur-Abkühlung vor allem in China und zuletzt auch in den USA. Viel deutet denn auch darauf hin, dass die Zentralbanken wieder einmal als Retter in der Not den hypernervösen Märkten zur Seite springen werden.

11. Februar 2016 Versicherungen

Deutschen Versicherern geht die Puste aus

Die Lage in der deutschen Versicherungswirtschaft muss schon ernst sein, wenn GDV-Präsident Alexander Erdland die Assekuranz zu mutigen Reformen aufrufen muss. Zwar würde der Verbandschef Worte wie „ernst““ oder „bedrohlich““ niemals in den Mund nehmen, doch ein Rückblick auf das abgelaufene Jahr 2015 und der Ausblick auf das laufende, lassen nichts Gutes ahnen.

3. Februar 2016 Geldpolitik

KfW – Feuerwehr der Politik

Flüchtlingskrise, Wohnungsnot und der Juncker-Plan für eine europäische Investitionsinitiative: Wann immer die Politik mit neuen Herausforderungen zu kämpfen hat, kommt früher oder später die KfW ins Spiel. Denn die staatliche Förderbank kann nicht nur mit günstigen Finanzierungen helfen, sondern verfügt auch über reichlich Erfahrung im Projektmanagement, damit aus politischen Plänen funktionierende Vorhaben werden. So hat die KfW ein zinsloses Darlehensprogramm für Kommunen zum Bau von Notunterkünften für Flüchtlinge aufgelegt, das bereits dreimal auf inzwischen 1,5 Mrd. Euro aufgestockt wurde und trotzdem innerhalb von nur fünf Monaten vergriffen war. Zudem fördert die KfW mit bis zu 2 Mrd. Euro den sozialen Wohnungsbau, um den durch die Flüchtlingskrise verschärften Wohnungsmangel zu lindern.

2. Februar 2016 Immobilien

Längster Immobilien-Aufschwung seit den 1970er Jahren

Seit nunmehr 40 Jahren gibt es den von uns oft als Referenz herangezogenen Immobilienindex der Münchener bulwiengesa. Für 2015 zeigt der Index das elfte positive Jahr in Folge. Das sei die längste, jedoch nicht die stärkste positive Marktdynamik seit den 1970er Jahren. Insgesamt legte der Index segmentübergreifend um 3,7% zu.

25. Januar 2016 Geldpolitik

Deutsche Börse – Kengeter hadert mit Sitz in Eschborn

Barclays, Goldman Sachs und UBS waren die Stationen in der Bilderbuchkarriere von Carsten Kengeter, eh der 48-Jährige 2015 Reto Francioni an der Spitze der Deutsche Börse AG beerbte und seither aus seinen Ambitionen keinen Hehl macht.

25. Januar 2016 Asset Management

Schwäbisch Hall kann Kunden vom Bausparen überzeugen

Trotz der überwiegend eher negativen Berichterstattung im vergangenen Jahr über den Umgang mit lang laufenden Bausparverträgen verzeichnete die Bausparkasse Schwäbisch Hall (BSH) 2015 ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Sowohl beim Bausparen als auch in der Baufinanzierung stiegen die Zahl der Verträge und das vermittelte Volumen deutlich an.

21. Januar 2016 Geldpolitik

Mario Draghi – Der Eisbrecher in Davos

Ein katastrophaler Jahresstart an den internationalen Aktienbörsen. Ein ins Bodenlose fallender Ölpreis und ratlose Politiker, die der Flüchtlingskrise nicht Herr werden. Die Stimmung der nach Davos gepilgerten Top-Manager hätte beim 46. World Economic Forum zunächst gedrückter kaum sein können.

20. Januar 2016 Geldpolitik

Italiens Banken ächzen unter faulen Krediten

Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) lastete per Ende 2014 ein Volumen von 923 Mrd. Euro an faulen Krediten auf europäischen Bankbilanzen. Experten weisen darauf hin, dass sich die Qualität der Problemkredite zwischen den verschiedenen Ländern signifikant unterscheiden und hohe Volumina landesweit insbesondere auf Italien, Spanien, Frankreich und Griechenland entfallen. Ende 2015 ist der Bestand an faulen Krediten nach Berechnungen von Linklaters um rund 100 Mrd. auf 826 Mrd. Euro gefallen.

20. Januar 2016 Geldpolitik

EZB – Balsam für den Moment, Fantasie für den Monat März

Mit konkreten Beschlüssen war bei der gestrigen Sitzung des Zentralbankrats der EZB ohnehin nicht zu rechnen. Der Termin lag zu nah an dem etwas missglückten Dezember-Beschluss. Also konzentrierte sich das Interesse der EZB-Watcher und der Märkte auf die Wortwahl Mario Draghis in dieser besonders schwierigen Jahresanfangsphase. Der EZB-Präsident konnte dabei überzeugend punkten.

20. Januar 2016 Geldpolitik

Heta-Schuldenschnitt – Gläubiger lassen die Muskeln spielen

Die Reaktion der größten Gläubiger-Gruppe auf das Rückkaufangebot des Hypo Alpe Adria-Nachfolgers Heta ließ nicht lange auf sich warten. Die Gruppe, zu der auch die Commerzbank und HSH Nordbank gehört, lehnt die Offerte aus Österreich ab, ist aber zu weiteren Verhandlungen mit dem Land Kärnten und der österreichischen Regierung bereit. Damit ist die heiße Phase im Schuldenpoker um die Heta eröffnet. Im März 2015 hatte Österreich einen Zahlungsstopp für die mit rund 11 Mrd. Euro in der Kreide stehende Heta verhängt. Seither ringen die zumeist deutschen Heta-Gläubiger mit Österreich um einen Schuldenschnitt.

19. Januar 2016 Geldpolitik

Die besten Trader im Portrait

Auch in dieser Woche wollen wir Ihnen wieder einen der für unser Dachwikifolio PLATOW Best Trader Selection ausgesuchten Trader etwas genauer vorstellen. So haben Sie die einzigartige Möglichkeit, die Menschen kennenzulernen, denen wir nach gezielter Auswahl das Geld anvertrauen, welches später in das entsprechende Zertifikat investiert wird. Manfred Beutler (MBTrading) hat dabei bislang einen äußerst guten Eindruck hinterlassen. Mit einer Performance von 4,4% seit der Anfang Dezember erfolgten Aufnahme in das wikifolio hat er den Turbulenzen am Markt erfolgreich getrotzt.

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